Freizeitpark-Check: Mit Karacho durch Tripsdrill

„Mama, wann fahren wir wieder zu den Karussells?“ Mein junges Ich konnte ganz schön nervig sein, wenn es darum ging in einen Freizeitpark zu gehen. Während andere Kinder mit den Eltern an die Nordsee und auf weit entfernte Inseln fuhren, war der Freizeitpark mein Sommerhighlight und so gab es jeden Sommer oft mehrere Touren mit Busunternehmen – meine Eltern haben und hatten nie einen Führerschein – in die nähere Umgebung von Karlsruhe. Im Wechsel waren das der Europa Park in Rust, der Holiday Park in Haßloch und Tripsdrill in Cleebronn. Alle drei sind eine gute Fahrstunde von Karlsruhe entfernt. Nach ein paar Teenie- und Twen-Jahren ganz ohne Parkbesuch ist mit Mitte 20 die Leidenschaft wieder erwacht und seither gehe ich jedes Jahr ein paar Mal in irgendwelche Parks. Solche Ausflüge fühlen sich für mich selbst ohne Übernachtung wie ein Kurzurlaub an. Falls es dir genauso geht, wird dir meine neue Rubrik gefallen. Im Freizeitpark-Check stelle ich dir fortan meine besuchten Freizeitparks vor. Den Anfang macht Tripsdrill.

Die Parkbesucher

Es ist 10:03 Uhr, ich biege auf die gut gefüllten Besucherparkplätze ein. Ich war schon eine Weile nicht mehr in Tripsdrill. Das letzte Mal ist bestimmt sieben oder acht Jahre her. Sieben Kassen haben heute geöffnet, davor überall Schlangen. Ich wähle die Schlange mit den meisten Kindern und den wenigsten Erwachsenen. Der Plan geht auf und die Wartezeit ist kurz. Lang genug aber, um mich umzusehen. Das Publikum besteht aus vielen Familien mit kleinen bis größeren Kindern. Auch einige Jugendliche sind dabei. Jugend- oder Erwachsenengruppen sind in der Minderheit, es gibt sie, aber im Vergleich zu anderen Parks ist ihre Zahl an meinem Besuchstag recht gering. Dem Dialekt um mich herum nach, scheinen viele Besucher aus der Umgebung zu stammen. Insgesamt erwische ich einen Tag mit nicht ganz so vielen Besuchern, obwohl ich mich Samstags auf den Weg in den Park gemacht habe. Es ist allerdings auch das letzte Wochenende der Pfingstferien und am Abend spielt Deutschland in der Vorrunde gegen Ghana, so dass sicher viele WM Grillen auf dem Plan haben.

Tripsdrill Eingang

Die Parkaufteilung

Den Eingang bezeichne ich mal liebevoll als den „Familienfänger“. Direkt nach dem Parkeingang kommen die Highlights für die ganz kleinen und für die mittleren Kids. Da ich selbst ohne Kind reise, habe ich hiervon nur wenig wahr- und mitgenommen. Die Dinge, die mir aufgefallen sind, waren aber alle sehr, sehr liebevoll. Besonders süß fand ich Kinder-Wildwasserbahn bei der Kinder ab 5 Jahren ohne Elternteil mitfahren können, besser gesagt sollen. Denn Eltern, die sich mit älteren Kindern anstellen, werden gebeten, dass Kind alleine fahren zu lassen. Auch Kinder über elf Jahren werden zur großen Wildwasserbahn geschickt. Am Ende des Parks finden sich die Attraktionen für die größeren Kids und die Erwachsenen. Dazwischen gibt es immer wieder Fahrgeschäfte bei denen alle Generationen ihren Spaß haben. Der Park liegt mitten in der Natur. Statt einem Dorf grenzt der Wald mit einem extra Wildtierparadies, dessen Besuch im Parkeintritt enthalten ist, an. Für den Besuch dieses Bereiches hat mir die Zeit leider nicht gereicht, vielleicht folgt hier später einmal ein weiterer Besuch.

Tripsdrill Altweibermühle

Die Attraktionen

Im hinteren Bereich des Parks sind die für mich besten Attraktionen und deshalb rolle ich den Besuch mal von hinten auf: „Nochmal, nochmal“, ruft der Junge in der Karacho Achterbahn neben mir. Alle im Wagen sitzenden schauen aufgeregt. Funktioniert es? Dürfen wir echt noch mal fahren? In der Luft liegt das Knistern der Vorfreude, die man noch nicht zulassen und doch nicht unterdrücken kann. Und tatsächlich winkt der Bahnbetreuer uns noch einmal durch, denn scheinbar dürfen an diesem Tag alle Wagen der letzten Runde, eine extra Ehrenrunde fahren und so komme ich in den Genuss, im letzten besetzten Wagen des Tages mitzufahren. Einfach sitzen bleiben, ist wohl der Traum jedes Parkbesuchers und immer, wenn es mal klappt, ist die Freude besonders groß. So auch an diesem Tag bei der Karacho-Abschluss-Fahrt, die ich in vollen Zügen genieße. Bei der Einfahrt in den Ein- und Aussteigebereich kann ich zudem dem freundlichen Personal zuschauen, das voller Feierabendvorfreude den leeren Wagen vor uns zur Gute-Nacht-Ruhe schickt, indem sie die Schoßbügel schließen, den Wagen sanft anschieben und ihm liebevoll nachwinken. Und auch mich verabschieden sie sehr freundlich.

Tripsdrill_Karacho_ueber_kopf

Karacho ist übrigens die neueste Großattraktion in Tripsdrill. Im Sommer 2013 wurde die Katapultachterbahn, die in 1,6 Sekunden auf 100 Kilometer aus der Fahrt heraus beschleunigt, eröffnet. Es gibt ein Dark Ride Element in dem sehr langsam eine Schraube gedreht wird, dann schießt der Wagen aus einem Tunnel heraus auf den ersten Hügel, macht einen Looping und windet sich dann durch weitere Schrauben und Streckenelemente. Die Fahrt macht sehr viel Spaß. Die Wagen haben zwei Sitzreihen mit je vier Plätzen. Die äußeren Plätze sind vom Drehpunkt der Schiene stärker entfernt und so ist die Fahrt hier auch wilder als auf den Innenplätzen. Im Anstellbereich kann man sich entscheiden, ob man vorne oder hinten sitzen möchte. Die Fahrt ist für mich das Highlight des Tages. Da ich nie länger als zwanzig Minuten anstehen muss, fahre ich insgesamt fünf mal an diesem Tag mit der Bahn.

Tripsdrill_Karacho_Bogen

Die weiteren Bahnen für Erwachsene und ältere Kinder sind ebenfalls im hinteren Bereich. Da gibt es die „G’sengte Sau“ eine Wilde Maus, die verwoben mit einer Burg und der Wildwasserbahn ist. Der Bereich inklusive Burg und Wasserbahn entstand nach und nach Ende der 90er. Hinten ebenfalls zu finden: die große Holzachterbahn Mammut, die 2008 eröffnet wurde. Bis auf die Wasserattraktionen sind die großen Fahrgeschäfte an meinem Besuchstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Park hat bereits um 9 Uhr aufgemacht.

Tripsdrill_Mammut_Detail

Das Wetter ist optimal, rund 25 Grad mit kurzen Wolkenpausen. Der perfekte Sommertag und auch die Gelegenheit die Wasserattraktionen des Parks mitzunehmen. Diese sind an meinem Besuchstag von 11 bis 17 Uhr offen und am Nachmittag springe ich mehrmals zwischen der Badewannenfahrt zum Jungbrunnen – so heißt die Wildwasserbahn und dem Waschzuber-Rafting hin und her. Beide Attraktionen machen je nach Fahrtverlauf unterschiedlich Nass, wobei bei gutem Wetter trocknen die Kleider schnell wieder. In der Badewannenfahrt gibt es zwei Vorwärts- und eine Rückwärtsabfahrt, die letzte Abfahrt gehört zu den längsten und höchsten Wildwasserschussfahrten, die es gibt. Auch beim Rafting hat der Park eine schöne Streckenführung mit Tunnel, Strudel und seitlichen Wasserfällen konzipiert. Einsteigen, dabei sein und mitfahren lohnt sich nicht nur für die kleinen Gäste.

Tripsdrill Waschzuberrafting

Tripsdrill_Jungbrunnen_Abfahrt

Im vorderen Bereich gibt es noch den Tausendfüßler, eine kleine Achterbahn, die auch Kinder fahren können, sowie Kettenkarussell und Co. Wer alles fahren möchte, muss sich ran halten, denn die Zeit vergeht im Park wie im Flug.

Pausenplanung

Und für alle, die zwischen den Fahrten Hunger bekommen, gibt es Restaurants und Imbissbuden. Ich esse eine Art Flammkuchen sowie eine Dampfnudel mit Vanillesoße – beides OK und preislich zusammen für sieben Euro zu haben. Außerdem gönne ich mir zwei Kugeln Eis für 2,5 Euro sowie einen Latte Macchiato für 2,6 Euro. Getränke habe ich dabei. Viele andere Besucher haben gleich ihren Bollerwagen mit Speis und Trank gefüllt. Sitzbereiche gibt es ausreichend und wer eine Picknickdecke dabei hat, kann es sich auf der großen Wiese bequem machen. Zum Abschied nach Hause kann man sich im Vinarium noch ein Glas als Souvenir mitnehmen, das habe ich leider verpasst, wäre aber im Eintrittspreis inklusive.

Freizeitpark-Check Tripsdrill

4 von 5 Sternen Fahrattraktionen
4 von 5 Sternen Ambiente und Theming
5 von 5 Sternen Service
3 von 5 Sternen Show und Entertainment
4 von 5 Sternen Preis & Leistung
3 von 5 Sternen Lage

Gesamtnote: 3,8 von 5 Sternen

Das „Warum“ hinter den Noten:

Die Fahrattraktionen sind gut und liebevoll umgesetzt. Man merkt zeitgleich, dass andere, geringere Budgets dahinter stecken als zum Beispiel im Europa Park oder Phantasialand. Mit weiterem Wachstum kann sich der Park aber sicher auch noch den 5ten Stern erobern. Beim Ambiente helfen dem Park die großen Flächen, die Lage im Grünen und die liebevolle Ausgestaltung im Eingangsbereich. Zu meckern gibt’s nichts. Es gibt zwar eine unansehnliche Baustelle, doch die gehört dazu und zeigt, dass sich der Park ständig weiterentwickelt. Der Service war durchweg hervorragend. Alle Mitarbeiter waren freundlich und bemühten sich, um einen optimalen Ablauf. Zum Beispiel in dem sie die Attraktionen optimal befüllten. Show und Entertainment gibt es im Park selbst keines. Das Wildparadies ist zehn Minuten vom Park entfernt, dort gäbe es Vorführungen. Durch die Entfernung gehen viele Besucher erst gar nicht dorthin. Ich brauchte gar nicht mehr Shows. Der Tag im Park verflog nur so und ich hätte durchaus länger bleiben können. Für Parkbesucher, die sich gerne bei Shows entspannen, dürfte Tripsdrill eher enttäuschend sein. Kein bisschen enttäuschend, sondern sehr erfreulich ist die Tatsache, dass der Park keine Parkplatzgebühren verlangt. Es kommen also zum Eintritt keine verstecken Kosten dazu. Die Jahreskarte für Erwachsene kostet 79 Euro, die Tageskarte liegt bei 27 Euro. Das ist fair. Die Anfahrt führt, auf Grund der Entfernungen zu den Autobahnen A6, A8 und A81, aus allen Richtungen ein gutes Stück über Landstraßen. Das kann sich je nach Verkehr ein bisschen ziehen. Die Verkehrslage könnte besser sein, dafür hat der Park ganz viel Fläche und mögliches Wachstumspotential.

Und nun zu Dir:

Warst du schon einmal in Tripsdrill? Besuchst du gerne Freizeitparks? Und welches ist dein Lieblingsfreizeitpark? Was bedeutet ein Tag im Feizeitpark für dich?

Die Bilder sind mit dem iPhone 4 entstanden und daher leider nicht so gut, wie sonst meine Aufnahmen. Zum nächsten Parkbesuch muss eine Kamera mit :-)

Vielen Dank an den Freizeitpark Tripsdrill, der mich bei meinem Besuch unterstützt hat. Meine Meinung und meine Eindrücke sind davon unberührt und spiegeln mein eigenes Erleben und meine Ansichten wider.

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Reiseaufnahmen

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11 Kommentare

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  • Hmmm… ich war schon ewig nicht mehr in einem Freizeitpark. Ist bei uns auch nicht grad so um die Ecke.

    Nach dem Artikel hab ich mal wieder Lust, die 8er Bahn sieht ziemlich spektakulär aus :)

    Liebe Grüsse,
    Simon

    • Hallo Simon,

      ich kann es dir nur empfehlen. Im Sommer sind Freizeitparktage mein Mini-Urlaub für den Alltag. Manchmal versuche ich sogar Urlaube so zu legen, dass ich einen neuen Freizeitpark mitnehmen kann. Tripsdrill ist wirklich klein, aber umso liebevoller und die Achterbahn macht wahnsinnig viel Spaß. Sie rangiert bei mir mit der Blue Fire im Europa Park als Liebling (von dem Park und der Bahn muss ich auch mal mehr erzählen :-)).

      Falls mal wieder ein Parkbesuch in deine Reisepläne passt, gönne es dir!

      Liebe Grüße
      Tanja

  • Ist ja irre wie sich Tripsdrill weiterentwickelt hat. Als ich das letzte mal dort war war der rasende Tausendfüssler neu und die erste Achterbahn dort.
    Außerdem haben wir dazu immer „Altweiber Mühle“ gesagt.

    Muss ich auf jeden Fall mal wieder hin!

    Freizeitparks finde ich generell super, nur so lange die Kinder so klein sind, dass sie nicht in die dicken Achterbahnen dürfen und ich dementsprechend auch nicht rein kann… so lange finde ich es fast ein Bisschen rausgeschmissenes Geld. (Außer die Oma kommt zum aufpassen mit :))

    Grüße, Marc

    • Hallo Marc,

      ja, ich war auch überrascht. Selbst seit meinem letzten Besuch hat sich mit Mammut und Karacho wieder einiges getan.

      Ihr habt den Park Altweibermühle genannt? Die gibt’s ja immer noch und gilt als das Wahrzeichen des Parks. Und sie ist die Attraktion bei der ich ganz schön zitterte. Irgendwie fiel mir als Kind rutschen leichter :-)

      Schnapp dir die Oma und fahr hin, es macht wirklich Spaß sich einen Tag treiben zu lassen. Und durch die schöne Anlage bereitet es der Oma bestimmt auch Vergnügen. Die kann dann ja in die Kinderwildwasserbahn mit dem Nachwuchs. Ich kann dich da aber gut verstehen, davor zu stehen und nicht fahren zu dürfen, das könnte ich auch nicht …

      Viele Grüße
      Tanja

      • Jupp, das war die Altweibermühle für uns :) Viel mehr gabs damals ja auch kaum.
        Wenn die Oma einwilligt werde ich das bei meinem nächsten Besuch in der alten Heimat das Projekt Tripsdrill starten! :)

  • Hi Tanja,

    einen schönen Blog hast Du hier.

    Cooler Beitrag über Tripsdrill. Ich war neulich nach gefühlten drölf Jahrzehnten mal wieder dort :) und muss zugeben, es war toll. Den Punkt Preisegestaltung teile ich voll und ganz mit dir. Und das Gimmick mit der Wertung würde ich auch so unterschreiben.

    Wirf doch auch mal nen Blick in meinen Deutschland Reiseblog. Feedback? E-Mail? Gerne! :-)

    Weiter so!

    LG,
    Jan
    http://deutschlandjaeger.de

    • Hallo Jan,

      danke für das Kompliment. Wo du das schreibst bekomme ich direkt Lust 2015 wieder den Park zu besuchen, obwohl eigentlich der Holiday Park und der Europa Park auch mal wieder dran wären :-)

      Liebe Grüße, Tanja

  • Danke für deinen Beitrag. Tripsdrill hat wirklich ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, finde ich. Und als Achterbahnangsthase gibt es ausreichend Alternativen.

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