Gekündigt und jetzt: Weltreise, neuer Job?

Gekündigt und jetzt?

Ich habe gekündigt. Wer diesen Beitrag von mir „Glückssuche: 9 to 5 leben oder den Job kündigen und ab in die Welt?“ kennt, der weiß von meiner Begeisterung für meine beruflichen Projekte. Genau bei denjenigen wird die Überraschung über die Entscheidung am Größten sein. Warum man aus einem geliebten Job von einem geliebten Arbeitgeber zu einem Anderen geht, hat meist mehrere Gründe. Welche spielt für diesen Beitrag heute keine Rolle. Viel mehr möchte ich dich mitnehmen zu einer Frage, die mich in der Zeit der Entscheidung zusätzlich beschäftigt hat, nämlich:

„Ich kündige! Müsste ich dann nicht wenigstens eine gewisse Zeit lang um die Welt reisen?“

Die Antwort müsste klar sein, schließlich bin ich Reisebloggerin und musste bei dieser Entscheidung erkennen, wie schwer es ist Sicherheit, Kollegen, Gewohnheiten sowie die Vorteile einer Festanstellung aufzugeben. Selbst bei den Nachteilen weiß man, welche es sind und ob man damit leben kann. Nicht umsonst heißt es: es kommt selten was besseres nach und so ist man bei einem Jobwechsel – egal wie sicher man sich der Sache ist – auch immer unsicher. Doch ob ich mich zu einer Weltreise aufraffen kann, wo ich für mich glaube, dass das Langzeitreisen ein wenig abgenutzt ist, das möchte ich dir heute verraten. Außerdem gibt es hier eine „Expedition Happiness“ Filmkritik, weil ich darin so viel wiedererkenne, von dem was mich gedanklich beschäftigt hat.

Auf zur „Expedition Happiness“

Vor ein paar Tagen war ich im Kino und habe mir den Film „Expedition Happiness“ angesehen. Schon ein paar Wochen habe ich mich darauf gefreut. Obwohl ich seit jeher töne, dass eine Weltreise nichts für mich sei, mochte ich den Film „Pedal the World“ von Felix Starck sehr und war gespannt auf das Nachfolgeprojekt. Vielleicht bin ich dank meiner Reisesucht ein bisschen mehr anfällig für solche Filmprojekte als andere. Dass der Hauptprotagonist und Filmemacher Felix Starck den gleichen Nachnamen hat wie ich und gar nicht so entfernt von mir aufgewachsen ist, macht ihn mir zusätzlich sympathisch.

Filmzusammenfassung inklusive erster Kritik

Mogli – eigentlich Selima Taibi – und Felix sind im ersten Film „Pedal the World“ ein Paar geworden. Wie es ein Paar so macht, ziehen sie zusammen und versuchen gemeinsam ihr Glück zu finden. Doch wie die Zeit heute eben auch so ist reicht ihnen das nicht. Obwohl ein Hundewelpe – ein Berner Sennenhund mit dem Namen Rudi – einzieht, will das mit Sesshaftigkeit nichts werden. Unruhe und Rastlosigkeit setzen ein. Bei der Überlegung was sie machen könnten, stoßen sie auf einen alten Schulbus. Die Idee ist geboren: Dieser wird gekauft und der amerikanische Kontinent soll bereist werden. Gesagt, getan. Die Kinozuschauer erleben die Verwandlung des Schulbuses zu einem happygemütlichen Zuhause auf Zeit und leiden mit, wenn der Bus auf den Schotterstraßen der Route die drei Hauptprotagonisten – das Paar und ihren Hund – ganz ordentlich durchschüttelt. Sie leiden aber auch mit, wenn das mit dem Reisen zum typischen Mimmmiii eines deutschen Pärchens wird. Ein Mimmmiii, das am Feierabend nerven und zu Längen führen kann.

Wer kein Tierfan ist, langweilt sich zudem ganz schnell bei den ganzen Qualen, die der Hund auf Reisen durchmacht und die viel mehr beleuchtet werden, als die Begegnungen mit Einheimischen, die laut Filmaussage, für das Reisen so wichtig sind. Schließlich bekommt der Film zum Ende hin auch noch gefühlte Längen.

Ein Happiness-Abschluss gelingt trotzdem vor allem durch eine großartige Schlussszene in der der Vater des Filmemachers Felix Starck eine unglaublich humoreske Rolle spielt, vielleicht die kürzeste und beste Nebenrolle, die ich mir in so einem Film vorstellen kann.

Zwischen dem Mimmmiii und der Weiterentwicklung der Story im Dokustil, in dem die Zuschauer die Höhen und Tiefen des Reisens erleben, erklingen immer wieder Musikvideos. Schließlich ist die Hauptprotagonistin Sängerin und braucht eine Fläche für ihre dort entwickelte Musik. Mir persönlich sind die Musikvideos etwas zu lang geraten. Insgesamt könnte der Film in einer noch mal gekürzten Fassung eher besser sein.

Was ich bei „Expedition Happiness“ gelernt habe

Ob man nach dem Film wirklich durchs Leben tanzen will, was für Mogli ein Grund ist aufzubrechen, das glaube ich eher nicht. Der Film lehrt jedoch, was auch immer wieder in Reiseblogs auftaucht: Das mit dem Reisen macht deutlich mehr Spaß, wenn es eine Abwechslung zum Alltag ist. Sicher gibt es auch jene, die dieses Heimatgefühl nicht haben, und die wirklich jeden Tag unterwegs genießen. Doch wer reist, um das Glück zu finden, stellt unterwegs oft fest, dass das Glück nicht zwingend von einem Ort, sondern von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist.

Ich muss gestehen, dass ich mich am Ende des Films sogar Frage, ob die Darsteller und Filmemacher nur für den Film aufgebrochen sind oder ob sie wirklich reisen wollten. Glücklicherweise besuche ich eine Vorstellung bei der die Darsteller anwesend sind und kann die Frage los werden. Laut Felix Starck sei der Grund für die „Expedition Happiness“ das Reisen gewesen. Ob ein Film entstünde oder nicht, habe man nicht gewusst. Das wollte man vom Bildmaterial abhängig machen.

Kann ich den Film empfehlen? Klares Jein. Es geht im Sommer nach Alaska, allein das bietet wunderbare Filmaufnahmen. Gleichzeitig waren die Beiden mutig genug im Land des Schadenersatzes Amerika ihren Copter zu fliegen, ein Risiko, welches ich nicht eingehen würde, das spricht widerum sehr dafür, dass man schon an hochwertigem Filmmaterial interessiert war und das macht auch Spaß anzuschauen.

An einem verregneten Abend kann der Besuch im Kino schließlich lohnen, immerhin sind viele Fernwehszenen dabei, die Reisesüchtige im Alltag kurz befrieden. Gleichzeitig hat der Film teils durch die Reiseerlebnisse, teils durch viel Pech für den Hund sowie diverse Mimmmiii-Szenen oft einen Unterton, der mich nervte und eher abschreckte. Das ist einfach nicht das, was ich mir für einen perfekten Kinoabend wünsche.

Meine Erkenntnisse, die Kündigung und Weltreiseverneinung

Mir hat der Film vor allem gezeigt, dass für mich der Weg absolut richtig ist, das Reisen auf Sparflamme mit einer nie endenden, steten Begehrlichkeit zu halten. Ständig reist jemand in meinem Umfeld irgendwohin und stets denke ich: „Gott würde ich nur mehr Zeit haben, würde ich gerne mitreisen.“ Doch gleichzeitig weiß ich, dass es nichts für mich wäre. Es wäre nur eine Flucht vor dem Unglück des Moments.

Kürzlich war ich sogar eine Woche weg und hatte dann fast eine Art Heimweh, obwohl die Reise wunderschön und ich sehr glücklich war. Vielleicht verbindet mich mit dem Reisen viel mehr eine Art Liebe, die man nur mit einer begrenzt verfügbaren Ressource, warm halten kann.

Als ich gekündigt habe, hatte ich bereits den Vertrag für den nahtlos anschließenden Job abgegeben. Wie es oft so ist, kennt man Projekte des neuen Jobs und will auch gerne schnellstmöglich mithelfen und Wissen, ob die Entscheidung wirklich so gut war, wie man denkt.

Meine Reisepläne

Immerhin habe ich dennoch das Glück einen Monat frei zu haben. Denn – und jetzt werden manche aufhorchen – ich habe noch genug Resturlaub, um den kompletten Juni frei zu haben. Juhuu. Ob und wohin mich meine Reisen führen, das versuche ich gerade zu planen. Wohin es final geht, das wirst du demnächst dann hier erfahren. Erst einmal brauche ich selbst einen Plan, wohin es gehen könnte.

Wobei ich mir auch gut vorstellen kann eine Reise lang, einfach nur Urlaub zu machen. Der einzige wirkliche Haken an dem neuen Job ist, dass ich wieder eine Vollzeitstelle habe. Dank einer flexiblen Teilzeitregelung ein paar Reisetage mehr, das wäre ein wirklicher Wunsch von mir. Statt dessen winken mir eher wieder Überstunden und voller Einsatz, wobei mir das nichts ausmacht, wenn ich noch irgendwie zum Bloggen komme und wenn ich vor allem Spaß an der Arbeit habe. Denn auch wenn ich mich beruflich verändere, meine Einstellung Arbeitszeit ist Lebenszeit möchte ich weiter leben und hoffe daher, dass mir die neuen Aufgaben viel Freude machen und dass ich mich immer in meinem neuen Team wohl fühle. Bisher sieht es so aus, als könnte das alles so eintreffen, aber noch heißt es bis zum wirklichen neuen Arbeitsleben abwarten … ich warte voller Vorfreude und bin gespannt was kommt.

Was ist mit dir? Bist du der Weltreisetyp? Wartest du nur darauf eines Tages zu kündigen, um loszureisen oder würdest du es machen wie ich und von einem festen Job in den nächsten fallen? Hast du außerdem den Film gesehen oder möchtest du ihn sehen? Wie fandest du ihn oder was sind deine Erwartungen?

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Reiseaufnahmen

Hallo, ich bin Tanja, quasi das Herz von Reiseaufnahmen.de!

Reisen inspiriert und macht unsagbar glücklich. Wenn du wie ich einem Vollzeitjob nachgehst, weißt du wie selten, kostbar und wertvoll Reiseerfahrungen sein können.

Entdecke hier meine besten Reiseglückstipps sowie alles rund um traumhafte Kurz- und Fernziele. Ich verrate dir, wie du auch mit wenigen Urlaubstagen und ohne Sabbatical die Welt sehen kannst.

Ich freue mich, wenn du mich fortan auf meine Reisen begleitest ...

12 Kommentare

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  • Hallo Tanja,
    meine Gedanken kreisen auch sehr oft ums Reisen. Ich schaue leidenschaftlich gerne Dokus oder lese Reisezeitschriften und Blogs. Eine Freundin hatte vor einiger Zeit eine 1 jährige Auszeit und ist ganz viel gereist und ich dachte oft, das würde ich auch gerne machen. Aber tief im Inneren muss ich mir auch eingestehen, dass es womöglich gar nichts für mich wäre, sondern es einfach nur toll und aufregend klingt. Denn verarbeitet man bei solch einer langen Reise wirklich alle Erlebnisse angemessen? Ich befürchte nicht und das fände ich für mich schade. Und so bleiben mir mit Vollzeitjob auch nur die Urlaubstage um zu reisen. Aber dann weiß ich, dass ich alles intensiv aufsauge. Und ich komme auch sehr gerne wieder nach Hause und genieße es.
    Viele Grüße Steffi

  • Hallo Tanja,
    ich finde deine Einstellung und deine Kritik zum Film echt interessant! Ich bin ja noch jung und unerfahren im Reiseblogger Business aber liebe das Reisen natürlich und kann mir sehr gut vorstellen eines Tages eine Weltreise zu machen. Gleichzeitig würde ich aber auch gerne im Außenhandel arbeiten. Ich habe mir seit dem ich angefangen habe zu bloggen und all‘ die anderen Reiseblogs und Blogger kennengelernt/entdeckt habe sehr oft die Frage gestellt, ob ich digitale Nomadin werden will oder nicht und auch nur davon gelesen so im Sinne von „das ist das einzig ware wenn du reisen willst“ und dann fand ich deinen Blog und fand bzw. finde es immer noch, dass du die perfekte Balance gefunden hast! Du weißt einfach was du willst, stehst mittem in Leben und das finde ich, gerade als junge Person, sehr inspirirend! Ich habe jetzt noch 1 Jahr Ausbildung vor mir und werde danach auch erstmal reisen, aber danach, möchte ich in den Außenhandel und meine Arbeit sozusagen im Ausland nachgehen, am liebsten mit FairTrade Produkten oder irgendwas Nachhaltigem / Sozialem! Wir werden sehen :)

    Ich wünsche dir aufjedenfall alles gute für deine berufliche Zukunft und noch eine wunderbare freie Zeit! :)
    Jasmin aus der Waldstadt :D

  • Dass Arbeitszeit auch Lebenszeit ist, sehe ich genauso. Ich habe neben Reisezielen auch berufliche Ziele. Eine Weltreise wäre aktuell zu viel Aufwand für mich und würde mir daher nicht so gefallen. Ausserdem reise ich am liebsten mit meinem Freund, der könnte da nicht mitkommen. Ich mag es immer wieder nach Leipzig zurück zu kehren. Aber zwischen 2 Jobs 1-3 Monate reisen, würde ich bzw. hab ich gemacht. So lernt man wirklich mal eine Gegend kennen, beim Wochenend Trip ist das ja nicht möglich. Ich sag immer mein Leben ist meine Weltreise.

    LG Myriam

  • Gratulation zum neuen Job Tanja. Ich bin mir sicher du hast die Entscheidung gründlich überlegt, insofern wird das super! Den Film spare ich mir. Ich denke, ich werde ihn ähnlich sehen wie du. Ich habe die ganze Reise der beiden schon immer mit leicht gemischten Gefühlen verfolgt, wobei ich die Bilder schon immer sehr inspirierend fand….

  • ❤️ Ich kann dich sowas von verstehen! 😊
    Habe gerade einen Funktionswechsel bei uns im Konzern hinter mir und die Arbeit macht nun wieder so was von Spaß! Außerdem haben wir uns damit einhergehend zwei Monate Sabbatical gegönnt. Wir könnten uns im Juni auf Kuba, in Florida oder auf Vancouver Island treffen- die Flüge waren günstig, die Gelegenheit auch 😉🙋
    Alles Liebe, Miriam

  • Hi Tanja,

    ich war nach einiger Zeit mal wieder auf deinem Blog und habe mich sehr gefreut, als ich deinen aktuellen Artikel gelesen habe. Toll, dass du immer wieder viele tolle Ideen hast, so aktiv bist und vieles infrage stellst. Ich wünsche dir beruflich und vor allem mit deinem Blog alles alles Gute! :) Man lernt nie aus.

    LG
    Jasmin

  • Hallo Tanja,

    ich bewundere dich wirklich sehr. Wie viele andere hier schon geschrieben haben, finde auch ich es toll, dass du mitten im Leben stehst und weißt was du willst.

    Mir geht es da ähnlich wie dir: ich liebe das Reisen und freue mich aber doch auch immer wieder aufs „nach Hause kommen“. Das eine schließt das andere ja nicht aus und es ist ja auch was schönes, wenn man mit seiner Heimat fest verwurzelt ist.

    Ich wünsche dir eine tolle freie Zeit und bin schon gespannt wo es hin geht. Und natürlich einen guten Start in deinem neuem Job!

    Liebe Grüße

    Vanessa
    https://travelany.wordpress.com/

  • Hallo Tanja,

    vielen lieben Dank zu diesem tollen Beitrag.

    Ich habe es so wie du gemacht und bin tatsächlich vor 2 Jahren von einem Job in den nächsten gefallen.
    Die Arbeit ist toll, die Kollegen herzlich und das arbeiten im Team harmonisch.

    Obwohl ich immer gesagt habe, ähnlich wie du, Reisen muss eine Erweiterung zum Alltag sein und bleiben, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt klar sagen, dass ich es nicht noch einmal so machen würde.

    Wenn ich morgen kündige, was ich tatsächlich vor habe, wenn auch nicht morgen, dann werde ich reisen – reisen -reisen.
    Ich möchte nicht wieder das Gefühl haben, mich dauernd zu fragen „Was wäre wenn“….

  • Hallo Tanja,

    Das sind ja spannende Neuigkeiten ! Du hast bestimmt die richtige Entscheidung getroffen. Arbeitszeit ist Lebenszeit, genauso sehe ich das auch.

    Wir hatten über 10 Jahre lang ein Hotel in der Provence, dann wollten wir Zeit haben, mit unseren Kindern zu reisen (damals 7 und 9 Jahre alt). Somit sind wir 4 Jahre gereist (nach Thailand, Laos, ein Jahr USA im Wohnmobil, 8 Monate volontäre Englisch-Lehrer in Costa Rica, 3 Monate Ecuador) und seit Anfang 2015 leben wir in Peru. Dort haben wir unsere Reise-Agentur aufgemacht, für die wir jeden Tag online arbeiten, Artikel über die Region schreiben, Social Media Präsenz usw.

    Nachdem wir jetzt also schon über 2 Jahre sesshaft sind, fehlt mir jetzt das Reisen wieder. Komisch, oder ?

    Ich denke, so geht es immer weiter. Perioden mit viel Reisen, dann wieder sesshaft bleiben, nur um danach wieder los zu ziehen. Und mit einem Online-Job ist das ja eigentlich einfach :)

    Ganz liebe Grüsse,
    Martina

  • Ich würde es gerne mal ausprobieren – so eine richtig lange Reise, vielleicht sogar eine Weltreise. Um zu sehen, ob es für mich eine Grenze gibt, ob ich tatsächlich irgendwann genug gereist bin und wieder nach Hause möchte. Das Gefühl hatte ich bis jetzt nur ein Mal in einem ziemlich in die Hose gegangenen Ägyptenurlaub in einer riesigen All Inclusive-Hotelanlage. Aber nur, weil es dort nicht so dolle war.
    Ansonsten halte ich es wie du. Wenn die Reise ein buntes Kontrastprogramm zum Alltag ist, ist sie irgendwie ganz besonders und wertvoll, weil eben selten. Ich glaube, dass ich jemand bin, der schon ein eigenes Nest braucht. Ein Häuschen, eine Heimat, wo Altbekanntes wartet und wo ich es mir gemütlich machen kann. Aber insgeheim träume ich davon, mich irgendwie mal selbständig zu machen. Um flexibler zu sein und eben doch mal spontaner verreisen zu können, wenn mir danach ist.

  • Hallo Tanja,

    ich habe zwar nicht gekündigt und arbeite in Vollzeit, aber breche am 1. Sep. zu meiner 3. Weltreise auf :-) Zwischen drin war ich 2,5 Monate in Island, Canada und Alaska. Letztes Jahr hieß das Reiseprojekt: Transeuropatour: Da bin ich 2,5 Monate einmal quer durch Europa dem VW Bus 20.000km vom Nordkap nach Gibraltar gereist.

    Das denkt jetzt jeder wie geht das denn trotzt Vollzeit Job? Hier mein Work&Travel-Model:

    Ich arbeite im öffentlichen Dienst bei der Stadt München und kann durch flexible Arbeitszeit viele Überstunden sammeln und bekomme durch nette Kollegen auch immer wieder lang am Stück bezahlten und auch unbezahlten Urlaub genehmigt. Der Preis ist allerdings auch das ich trotz Diplom und Master auf eine Karriere mit viel Geld, Verantwortung und wenig Freizeit verzichtet habe.
    Schon nach dem ersten Round the World Trip war mir bewusst das Reisen ist viel wichtiger als ein Topjob. Die Zeit in München möchte ich zwischen den Reisen jedoch nicht missen, um neue Kraft/Geld/Ideen/Ausstattung für neue Abenteuer zu sammeln und vor allem um die sozialen Kontakte am Leben zu erhalten.
    Meist erholen sich die Deutschen 2 Wochen am Strand vom stressigen Alltag. Ich mache es genau umgekehrt bzw. ich erhole mich im Alltag Zuhause mit entspanntem Job in München von den langen, aufregenden Aktivreisen und plane in dieser Zeit die nächsten Reiseprojekte.

    Auf meinen Reisen durch mittlerweile über 40 Länder habe ich viele andere Reisende kennengelernt und jeder hat seine ganz eigene Methode um seine Reisen zeitlich und finanziell zu ermöglichen. Es gibt keinen einen perfekten Weg dafür. Eins steht jedoch fest, man sollte ewig warten und seine Reiseträume immer wieder aufschieben. Ich meine die „ja, aber…“ Menschen. Für die Punkte lassen sich 100 Gründe gegen eine Weltreise einsetzten. Desto älter man wird desto mehr Verpflichtungen geht man ein. Sei es Job, Selbständigkeit, Karriere, Beziehung, Kinder, Hauskredit etc. Desh. ist es unterm Strich besser in jungen Jahren viel und lang zu reisen. Denn auf lange Sicht werden doch alle wieder sesshaft, wenn auch nicht unbedingt immer am gleichen Ort wie vor der Reise. Die meisten Weltreisenden die ich kennengelernt habe sind nach spätestens 2 Jahren wieder zurück in die Heimat oder blieben wo es ihnen am besten gefiel.

    Zum Film Expedition Happieness kann ich deine Aussage nur bestätigen! Ich war auch relativ enttäuscht. Es wirkte alles ziemlich gestellt und oft kurios. Das die Strecken quer durch Canada bis rauf nach Alaska laaange anstrengende Fahrten und Kenntnisse zu den Visabestimmungen erfordern kann man ja nicht vorhersehen.
    Am meisten verwirrt hat mich die Aussage von Felix am Anfang als er meinte, sie reise nicht mit dem Rad, denn Zitat „Sie waren noch nie so die richtigen Radfahrer!“. Ich dachte nur was?? Du fährst ein Jahr um die ganze Welt mit schwersten Bergetappen, aber bist kein begeisterter Radfahrer? Dann muss das irgendwas schief gelaufen/gefahren sein oder es irgendwie eine riesige, bewusste Höllenschmerztour gewesen sein, um die eigenen körperlichen Grenzen zu üerschreiten.

    Egal. Wenn ich dir eine einfach unfassbar gute Reisedoku empfehlen darf dann „Weit-Die Geschichte von einem Weg um die Welt“ Dabei war ein Paar 3,5 Jahre auf Weltreise fast ohne Geld, ohne zu fliegen, aber dafür haben sie während der Reise ein Kind bekommen. Ich habe diesen Reisedokufim letzte Woche gesehen und die beiden waren danach auch vor Ort für Fragen. Ich habe gewiss schon weit über 60 Reisedokus/Filme/Vorträge gesehen.
    Dieser Film war mit Abstand einer der besten und authentischen! Die beiden hatten nie einen Kinofilm geplant und haben desh. völlig frei und unbefangen gefilmt, Zeit ohne Ende und das in den entlegensten Regionen wo z.T. noch nie ein Tourist / Ausländer vorher war.
    Das besondere an diesem Film sind die intensiven Begegnungen / Interviews mit den Einheimischen deren Kultur, Religion, Essen, Alltag und RIESIGE Gastfreundlichkeit. Allein der Fakt das sie bei über 600 Leuten/Autos/Lkws etc mit getrampt sind und bei denen auch meistens geschlafen haben, ist unglaublich aber wahr. hier der Trailer zum Film. http://www.weitumdiewelt.de/trailer Ich weiß allerdings nicht wo und wie lang der Film noch läuft.

    Viele Grüße

    Vinzenz

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