Reist du schon oder machst du noch Urlaub? Und was diese Frage überhaupt soll.

Welche Bedeutung verleihe ich dem Wort Reise und welche dem Wort Urlaub? Jeder Reiseblogger hat seine eigene Definition dieser Begriffe. Und auch ich selbst spreche mal von Urlauben und mal von Reisen. Zugleich bin ich wenig verwundert, wenn ein Reiseblogger sagt, dass die drei Wochen Rundtour in Asien, Australien oder USA, die jemand während seiner Urlaubstage gemacht hat, gar keine Reise, sondern „nur“ ein Urlaub sei. Warum bekommt Urlaub in solchen Fällen eine negative Konnotation? Und warum kommt überhaupt jemand auf die Idee, verwerflich über Urlaube zu reden? Wo hört Urlaub auf und wo fängt Reisen an oder ist beides identisch und wird nur als Synonym für die Suchmaschine eingesetzt? Fragen über Fragen … ich habe mich mal in der deutschen Reisebloggerszene umgeschaut, wie Reisen und Urlaube so definiert werden.

Going Vagabond und Adios Angst: Reisen und Urlaub sind zwei paar Schuhe

Los geht’s mit dem Blog, der mich auf die Idee dieses Beitrags gebracht hat. Auf Going Vagabonde hat Mischa von Adios Angst einen Gastartikel geschrieben in dem er „älteren Leser“ Tipps gibt, warum man reisen sollte. Dort heißt es: „Ich habe meine eigene Definition vom Reisen – und die unterscheidet sich klar vom klassischen Urlaub machen. Sowohl, was die Länge der Zeit angeht, die man weg von zu Hause ist, als auch die Art des Wegfahrens.“ Wörter wie Anstrengung, mangelnder Komfort, Mühe, Kraft und Risikobereitschaft kommen auf die Waagschale für den Begriff Reisen. Die Urlaubsseite erhält die Definition, dass man machen kann was man will, wie zum Beispiel viel lesen und Party. Man kann sich Komfort gönnen und in der All Inklusive Anlage sein. Daraus ziehe ich also, dass Reisen unbequem sind, keinen Spaß machen und auf keinen Fall der Erholung dienen … Urlaube hingegen sind also komfortabel. Da bleibe ich ja glatt lieber auf der Urlaubsseite und firmiere zum Urlaubsblog um.

Travelworld Online: eine Reise ist der Jahresurlaub

Folgende Definition über Reiseblogs geben Monika und Peter von Travelworld Online in einem Beitrag über ihre beliebtesten Reiseblogs von sich: „Sie sollen unterhaltsam sein und Lust aufs Reisen machen. Die Blogs sollen keine Urlaubsblogs sein, in denen der letzte Jahresurlaub beschrieben wird.“ OK, wenn ich also nur einmal im Jahr verreise, dann mache ich Urlaub. Verreise ich öfters, dann ist es eine Reise?

Creativ Elena: Urlaubstipps für Reiseblogger

Das Vorurteil, das Reiseblogger nur im Urlaub seien, kennt Elena von Creativ Elena zu gut. In einem Beitrag gibt sie Reisebloggern Tipps wie sie wirklich Urlaub machen: „Man nehme … 1. Zeit. Und zwar viel davon. Ganze 10 Tage sind vergangen, seit ich meinen letzten Reisebericht über „Kent Kreativ!“ veröffentlicht habe, 72 Stunden davon habe ich tatsächlich offline verbracht.“ Unklar bleibt hier, ob ihr Urlaub, der später verbloggt wurde, für sie als Reise oder als Urlaub zählt, oder ob es Beides war.

Viel Unterwegs: Reisen statt Urlaub machen – im Urlaub

Katrin hat einen Vollzeitjob und ihre 30 Urlaubstage – in denen sie laut ihrer Über mich-Vorstellung reist: „Ich mache keinen Urlaub – ich reise. Warum? Eine Reise ist für mich ein Abenteuer in einer anderen Stadt, Region oder Land. Ich entdecke gerne andere Kulturen, Sprachen und lerne gerne Menschen kennen.“

Unterwegs & Daheim: Jeder reist

Keinen Unterschied zwischen Urlaub und Reisen macht Nicole in ihrem Beitrag zu Kuba. Für sie zählt das einer auf Reisen geht: „Solltet ihr nach Kuba reisen und wenn auch nur nach Varadero in ein Allinklusive-Hotel (was schade wäre) …“ Hier klingt höchstens mit, dass die eine Art des Pauschalreisens nicht jene wäre, die sie empfehlen würde, tatsächlich ist jene Pauschalreise aber sicher das was andere Blogger als Urlaub und nicht als Reise bezeichnen würden.

Berlinfreckles: Reisen während dem Urlaub

Sophie von berlinfreckles kombiniert in ihrem Beitrag zu Unterwegs mit Kindern die Begriffe Urlaub und Reise so, als gäbe es keine unterschiedliche Ansichten zu den beiden Wörtern. Ganz einfach aus dem Selbstverständnis heraus, dass das Reisen in die Urlaubszeit fällt: „Das Reisen nimmt nicht jede Minute meiner Freizeit ein und doch spielt das Thema Urlaub wie in so ziemlich jeder Familie eine wichtige Rolle.“

Jetzt der Experte

Und was sagt eigentlich der Duden zu dem Begriff Reise? Als Hauptbedeutung heißt es hier eine Reise sei eine „Fortbewegung über eine größere Entfernung“. Sehr passend dazu die Wörter Anreise, Abreise oder das Verreisen im Allgemeinen. Wo eine größere Entfernung beginnt sagt der Duden nicht, das liegt im Auge des Betrachters. Zum Thema Urlaub sagt der Duden: „dienst-, arbeitsfreie Zeit, die jemand [zum Zwecke der Erholung] erhält“. Gleichzeitig erwähnt der Duden aber auch zum Beispiel Satzkonstellationen wie in Urlaub fahren. Hm, also kann man in den Urlaub fahren und gleichzeitig auf Reise sein, wenn die Entfernung groß genug ist?

Wie definiere ich die Begriffe Reisen und Urlaub?

Ehrlich gesagt, habe ich die beiden Begriffe auch schon dazu hergenommen, zu unterscheiden zwischen jenen, die ohne Ausflug zwei Wochen in der All Inklusive Anlage sitzen und jenen die häufig den Schlafort wechseln und versuchen in der Kürze der zur Verfügung stehenden Urlaubszeit, sich auf ein Land einzulassen. Ich gelobe Besserung. Im Rahmen der Erstellung dieses Textes fiel mir auch wieder das Gespräch mit einer Arbeitskollegin ein, die in Rente ging und die sprachlos von meinen ganzen Reisen war, und zu mir sagte: „Hach, so viel Reisen könnte ich nicht. Allein das ins Reisebüro gehen, alles richtig machen, Koffer packen, das Zuhause versorgt wissen … das kostet mich so viel Kraft. Mir langt, wenn wir alle paar Jahre mal zu den Verwandten in den Bayrischen Wald gefahren sind. Wir wollen jetzt nächstes Jahr verreisen. Wahrscheinlich nach Mallorca. Da bin ich dann ein Jahr in Rente und habe genug Zeit mich darauf vorzubereiten.“ Für meine Kollegin ist also selbst eine Fahrt von 300 km mit dem Auto eine größere Entfernung, womit sie selbst dort als Reisende galt.

Reisen außerhalb der Komfortzone

Nimmt man Alex Komfort Begriff, sieht man an dem Dialog ebenfalls wie unterschiedlich dieser wahrgenommen werden kann: Denn für die einen hört der Komfort des Reisens erst auf, wenn sie wegen Geldmangel auf der Straße schlafen müssen, mit der Angst das letzte paar Schuhe geklaut zu bekommen. Für andere hört der Komfort schon beim Betreten des Reisebüros auf. Wir Reiseblogger lieben Reisen und sind süchtig danach, für uns ist vieles leicht, was für andere schon beschwerlich ist. Ich sitze für jede lange Reise locker eine Woche lang, acht Stunden täglich an der Vorbereitung. Schreibe Excel Listen, entwerfe Routenpläne, suche Restauranttipps und Tipps von anderen Reisenden – für mich ist das purer Spaß und das reine Glück. Für andere die Nachteile des Reisens. Gleichzeitig gebe ich zu, dass ich meine Reisetage so komfortabel gestalte wie finanziell möglich. Warum auch nicht? Schließlich ist das Reisen gleichzeitig mein Urlaub. Und weil ich selbst beides kombiniere, die Ferne und die Erholung, werde ich die Begriffe Urlaube und Reisen da wo es passt zukünftig Synonym einsetzen.

Wie definierst du den Begriff Reise? Und wie den Begriff Urlaub? Bist du schon mal über diese Aussagen gestolpert?

Aktualisierung: Francis von my-road.de hat zu einer Blogparade zu dem Thema unter dem Titel „Urlaub machen und Reisen – Ein Unterschied?“ aufgerufen. Die Kommentare zu diesem Beitrag zeigen ja, wie unterschiedlich hier die Meinungen sind. Ich bin gespannt, welche Gedanken dort zusammenkommen und mache mit diesem Beitrag gerne mit.

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Reiseaufnahmen

Hallo, ich bin Tanja, quasi das Herz von Reiseaufnahmen.de!

Reisen inspiriert und macht unsagbar glücklich. Wenn du wie ich einem Vollzeitjob nachgehst, weißt du wie selten, kostbar und wertvoll Reiseerfahrungen sein können.

Entdecke hier meine besten Reiseglückstipps sowie alles rund um traumhafte Kurz- und Fernziele. Ich verrate dir, wie du auch mit wenigen Urlaubstagen und ohne Sabbatical die Welt sehen kannst.

Ich freue mich, wenn du mich fortan auf meine Reisen begleitest ...

17 Kommentare

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  • Hallo Tanja,

    ich denke, dass wir zwischen den eigentlichen Begrifflichkeiten, wie sie im Duden definiert werden, und der sozialen Komponente unterscheiden müssen. Was Reisen bedeutet und was Urlaub umfasst, ist an sich recht klar verwendet.

    Im Jargon von Touristen (und zu denen zähle ich auch so mehr oder weniger alle Reiseblogger) geht es jedoch darum, sich von den anderen abzuheben. Etwas ganz ähnliches passiert ja auch beim Begriff Tourist versus Reisender über das ich hier: http://weltreiseforum.com/blog/kommentar-wieso-der-respekt-vor-anderen-kulturen-bei-den-mitreisenden-beginnen-sollte/ einen Beitrag verfasst habe, der sehr gut zum Thema passt.

    Wer Urlaub abwertend verwendet, der tut dies, um seine eigene Art des Reisens als richtig darzustellen. Ich denke, dass das damit zusammenhängt, dass uns allen eigentlich bewusst ist, dass wir mit unserem ganzen Reisen nicht nur Gutes vollbringen. Aber um nicht am Selbstbild kratzen zu müssen, stempeln wir die anderen zu Touristen ab, während wir uns selber als Reisende verstehen.

    Ich finde das sehr schade und insbesonderere bei Reisebloggern betrüblich. Aber dieses Abwerten der anderen ist wohl etwas elementar Menschliches.

    • Hallo Oliver,

      vielen Dank für deinen Kommentar, deine dezidierte Ansicht und den schönen verlinkten Artikel, den ich noch gar nicht gelesen hatte. Das stimmt wohl, dass es hier schon anfängt, witzigerweise hatte ich aus meiner Kofferträgersicht schon manches mal das Gefühl, dass die Backpacker sich über einen lustig machen. Aber letztlich egal wer sich über wen lustig macht und her zieht oder abwertend denkt, da ist das Problem, das wir beide sehen. Ich finde es so toll, dass wir in einer Zeit leben in der uns fast die ganze Welt offen steht und wir so einfach reisen können, dass ich das Glück, das ich diesbezüglich empfinde immer laut rausschreiben könnte.

      Leider ertappe ich manchmal auch in diesem menschlichen Unding, abwertend oder oberflächlich aus meiner eigenen Brille zu denken und dann auch zu schreiben. Ich hoffe sehr, dass mich meine Leser immer dann darauf aufmerksam machen und freue mich über Denkanstöße wie in deinem verlinkten Artikel.

      Ganz herzlichen Dank dir noch mal.

      Liebe Grüße
      Tanja

  • Hi Tanja…

    Also ich mag dieses Schubladendenken überhaupt nicht. Vor allem auch das, was mein „Vorredner“ schon angesprochen hat, dieses „gute Schublade“ und „schlechte Schublade“! Ein Reisender oder ein Traveler ist „der Gute“ und der Tourist etc. ist „der Böse“, so liest man das ja oft… ;)

    Ich habe da auch schon Sachen erlebt … irgendwo in Zentralamerika an der Grenze erklärt z.B. eine junge Dame aus Spanien lang breit, dass sie keine Touristin sei, sondern „a traveler“. Nur: Wen interessiert das? Für einen Grenzbeamten macht das überhaupt keinen Unterschied (und der will nur seinen Job machen). Reisender, Urlauber oder was auch immer, aus dortiger Sicht sind wir alle Touristen … ja und??? Das ist doch auch nicht verwerflich. Und wer behauptet, dass ausschließlich das eine sei das bessere sei (und das dann auch noch passend für sich definiert), der sitzt auf einem ganz schön hohen Ross (und sollte da besser wieder runter kommen… ;) ).

    Also ich reise, bin natürlich überall Tourist und lass mich nicht gern in Schubladen stecken (nur das mit dem Urlaub passt tatsächlich nicht, das klingt so nach Erholung – darum geht´s eher nicht…). Was mich natürlich nicht davon frei macht, andere doch mal selbst gelegentlich in eine zu stecken. Das ist wohl menschlich! Trotzdem mag´s ich nicht. Eigentlich… ;)

    LG aus Amersfoort…

    • Hallo Wolfgang,

      danke, da geht’s dir wie mir. Irgendwie bin ich überrascht über die schnellen Reaktionen auf meinen Beitrag und irgendwie nicht. Ich habe mich kurz gefragt, ob ich den Beitrag überhaupt online stelle, aber das Thema brannte mir auf dem Herzen und deiner und Olivers Reaktion nach, bin ich damit ja nicht allein. Nur schade, dass keiner von sich sagen kann, dass ihm das manchmal nicht auch passiert. Dabei würde ich mir das für mich so wünschen …

      Ich drücke uns die Daumen, dass wir die Schubladen rechtzeitig bemerken, ehe wir sie schließen.

      Viele Grüße
      Tanja

  • Spannende Fragen die Du da aufwirfst! Beantworten kann ich sie Dir leider nicht ;)

    Mir fällt aber eine Situation ein in der ich auf jeden Fall mal einen Unterschied gemacht habe:
    Ich kam Ende März in Thailand auf dem Weg zum Flughafen mit einem anderen Deutschen ins Gespräch. Als ich im erzählte, dass ich 10 Wochen lang durch Südostasien gereist bin, meinte er ganz verblüfft: „Soviel Urlaub hätte ich auch gern.“ Worauf ich etwas angepickst meinte, es wäre kein Urlaub sondern eine Reise gewesen.

    Unsere Art des Reisen unterschied sich erstmal sehr wenig. Im Gegensatz zu mir hatte er sogar ein großes Backpack dabei. Ebenso hatte er sich jede Unterkunft auch individuell ausgesucht etc.

    Für mich bestand wohl in diesem Moment der Unterschied darin, dass er drei Wochen während seines Urlaubs dort war. Ich hingegen war zu einer Reise aufgebrochen inklusive etwas Selbstfindung. Ich hatte meine Wohnung vermietet und auf Einkommen für diese Zeit verzichtet. Gleichzeitig musste ich immer mal online arbeiten und mir Gedanken über mein Leben danach machen. Wie konnte er da nur sagen, ich mache Urlaub? Natürlich hatte es mein Gegenüber wirklich nicht böse gemeint. Einen so langen Urlaub konnte ich nur einfach nicht auf mir sitzen lassen ;)

    Ich vermute ein Stück weit dienen die Begriffe gerade für Reiseblogger der Abgrenzung . Sicher hat schon jeder Reiseblogger den Satz gehört: „Du bist ja nur im Urlaub.“ Selbst jene die ihre 30 Tage Urlaub kombiniert mit Feiertage ausschliesslich zum Reisen nutzen. Das hat dann irgendwie auch eine leichte negative Konnotation.

    Urlaub hin, Reisen her….am Ende sind wir doch alle nur Touristen ;)

    • Herrliche Geschichte, ja, man reagiert oft aus der Situation in der man sich gerade befindet. Wäre mir an deiner Stelle wohl ähnlich gegangen.

      Auf noch viele touristische Eindrücke :-)

  • Hallo Tanja!

    Vielen Dank fürs Verlinken. Tatsächlich habe ich noch gar nicht so wahnsinnig viel über den Unterschied zwischen „Urlaub machen“ und „Verreisen“ nachgedacht. In einem anderen Blogbeitrag komme ich aber dann doch darauf zu sprechen: http://www.berlinfreckles.de/kind_und_kegel/reisen-mit-kindern

    Reisen mit Kindern heißt eben Reisen MIT Kindern und nicht den Weg zum Zielort TROTZ Kindern zu überleben. Es geht nicht darum, den Weg von A nach B schnellstmöglich hinter sich zu bringen, um dann dort mit dem richtigen Urlaub anzufangen.

    Gerade sind wir mit Schulkind, Kindergartenkind und Baby in Belgien unterwegs. Die Wallonie liegt hinter uns. Jetzt sind wir in Brüssel. Danach kommt Flandern. In manchen Momenten denke ich: „Das nächste Mal fahren wir mal wieder einfach NUR in den Urlaub!“ ;-)

    • Hallo Sophie,

      dafür nicht, hab mich gefreut, deinen Blog bei der Recherche zu entdecken, den kannte ich noch gar nicht.

      Oh, die Route klingt schön und gut. Flandern steht auch auf meiner Bucket Liste. Ende November gehts nach Gent :-)

      Kann mit mit Kindern überhaupt NUR Urlaub machen? :-)

      Habt eine schöne Reise!
      Tanja

  • Ein schöner Beitrag, der mich zum Nachdenken gebracht hat…. Reisen und Urlaub sind für mich verschiedene Dinge. Ein Urlaub wäre erstmals die freie Zeit von der Arbeit, sei es zu Hause verbracht oder etwas weiter weg. Dies ist – meistens – ja nur so 7-10 Tage, die man dann vielleicht wirklich im Ausland verbringt (Vorurteilsmässig empfinde ich das so bei den Deutschen….) – also für mich wäre Urlaub wohl echt dieser Pauschalurlaub (den ich, wie Nicole, auch weniger gut finde).. Oder einfach ein paar Tage wegfahren.. Eine Reise ist für mich von Dauer, man reist intensiv, lernt Kultur kennen, bleibt länger als ein paar Tage an einem Ort. Wochenendtrips sind für mich vielleicht eine kurzweilige Entdeckungsreise, aber sie bringen in puncto Kultur einem auch einfach nicht so viel, wie ein paar Monate in einem Land zu leben. Urlaub ist für mich kurz, man entspannt, genießt die Sonne, oder was auch immer. Aber reisen ist für mich mehr erleben, vielleicht auch einfach ins Auto und drauf los.

    Reisenee bringen einem die Möglichkeiten, die Menschen kennenzulernen. Bei einem Urlaub lernt man meist nur die Stadt kennt. Krass gesagt die Hülle, und die Reise bringt einem zum Kern.

    Ich bevorzuge Reisen. Ich will das Land kennenlernen, die Leute, wie sie ticken, wie sie denken, was sie lieben und was sie nicht mögen. Und das kann man nicht innerhalb von 2 Wochen Urlaub.. nein, wirklich nicht….

    toller Beitrag, toller Gedankenanstoß! :)

    • Hallo Phine,

      freut mich, wenn ich dich zu neuen Gedanken inspirieren konnte. Mir gefällt wie du schreibst, dass dich „Reisen zum Kern“ bringt. Eine schöne Formulierung und auch ein bisschen eine wunderbare Erklärung, warum wir alle so gerne reisen und die Erinnerungen so eng und gerne mit uns tragen.

      Ich wünsche dir noch viele tolle Menschen, die du kennen lernen darfst!

  • Hallo Tanja,

    Reisen bedeutet für mich einfach „unterwegs sein“, egal ob im nahegelegenen Wildgehege oder auf der anderen Seite der Welt.

    Wenn man Urlaub wie im Dudenzitat als „Zeit der Erholung“ definiert, dann ist für mich jede meiner Reisen auch Urlaub! Erholung ist doch für jeden etwas anderes und für mich bedeutet es, die Zeit unterwegs so intensiv wie möglich zu erleben und insbesondere fotografisch zu nutzen.

    Ich plane jeden Tag der Touren sehr präzise im Voraus und so kommt es nicht selten vor, daß ich 12 Stunden pro Tag unterwegs bin, anschließend im Hotel noch die Bilder sichte und dann erschöpft ins Bett falle. Am nächsten Tag geht es dann genauso weiter. Das ist zwar oft sehr anstrengend aber dennoch für mich Erholung pur! Was gibt es Schöneres?

    Aber letztlich ist es doch alles eine Frage der Sichtweise.
    Was ich als Reisen bezeichne ist für Nepal-Trecker sicherlich ein langweiliger Urlaub und wird von Hotelpool-Pauschaltouristen wohl eher als extrem betrachtet…

    So lange es Spaß macht, spielt der Name für mich keine Rolle, hauptsache ich bin unterwegs!

    • Hallo Frank,

      noch ein Planer – juhee. 12 Stunden klingt sportlich – respekt. Da bin ich ja oft dann doch zu faul und genieße auch mal mehr in den Tag leben zu können. Aber stimmt schon, was schöneres als voller Eindrücke in einem fremden Bettchen einzuschlafen, kann ich mir auch kaum vorstellen.

      Auf noch viele schöne Momente unterwegs!

  • Ich denke das kann nur der Reisende/Urlauber selbst sagen, ob es ein Urlaub oder eine Reise ist. Wenn da jemand von außen hingeht und beurteilt und bewertet, dann wird das schnell albern ;)

  • Was ich aus der Blogparade gelernt habe: einen Urlaub kannst du zu Hause verbringen, eine Reise musst du unternehmen.

    Gefällt mir der Ansatz!

    Die Gedanken deiner Arbeitskollegin kann ich auch nachvollziehen. Je mehr man „zu Hause“ lässt, desto schwieriger wird es, wenn man sich für eine gewisse Zeit von diesem Ort entfernt.

    Freut ihr euch auf zu Hause, nachdem ihr eine Woche, zwei Wochen, vier Wochen, nicht dort gewesen seit?

    LG Daniel

    • Hallo Daniel,

      hm, der Gedanke hat tatsächlich was.

      Ja, generell ist es ja so, dass, wenn man etwas oft macht, es viel leichter ist bzw. umgekehrt viel schwerer. Ich ertappe mich manchmal auch dabei, dass ein Fernreiseziel, dass ich noch nicht kenne, mir auch mal unbehagen bereitet, weil ich eben nicht alles relevante dort Wissen kann.

      Mittlerweile freue ich mich auf Zuhause. Früher war das nicht so. Vielleicht eine Altersfrage :-) Oder die Zufriedenheit mit dem aktuellen Leben.

      Liebe Grüße
      Tanja

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