Mit dem Rollkoffer durch Asien: Acht Tipps für Otto-Normal-Urlauber

Asien, Vietnam, Koffer

Als ob es gestern gewesen wäre, sehe ich mich noch heute im Flughafen Hanoi in Vietnam im Oktober 2010 am Gepäckband stehen. Das Gepäck kam erstaunlich schnell vom Flieger zum Band. Beim Anblick des vorbeiziehenden Gepäcks wurde mir klar, dass ich wohl nicht ganz als typischer Asienreisende durchgehe. Das Gepäckband war dominiert von kleinen und großen Rucksäcken in den unterschiedlichsten Farben – von Jägergrün über Himmelsblau zu Sonnengelb. Zwischen all den Backpacker-Gepäckstücken fand sich dann auch mein Gepäck. Typ: schwarze Alu-Hartschale mit vier Rollen, die sich in alle Richtungen drehen. Leergewicht 4,7 Kilogramm, Volumen 82 Liter.

Ich bewunderte die ganzen Backpacker, die vorne und hinten mit großem und kleinem Rucksack beladen vom Gepäckband zum Taxischalter zogen. Und doch wusste ich, dass diese Art des Reisens nichts für mich wäre. Ich bin kein Backpacker. Für mich stellte es schließlich überhaupt kein Problem dar, mit dem Rollkoffer durch Vietnam zu reisen. Die Elemente meiner selbst geplanten und organisierten Rundreise waren auf einen typischen Kofferreisenden wie mich abgestimmt. Schließlich will ich mich im Urlaub nicht verstellen, ich brauche halt viel Gepäck …. Acht Tipps worauf du bei der Planung achten kannst, damit auch dir die Reise mit großem Gepäck leicht fällt, habe ich dir hier zusammengestellt:

1. Der richtige Koffer

Ehrlich gesagt finde ich die Wahl des richtigen Koffers selbst nicht so leicht. Meine bisher besten Erfahrungen habe ich gemacht, in dem ich auf folgendes geachtet habe: Das Grundgewicht sollte möglichst leicht sein, damit du mehr Gewicht für die Sachen hast, die dir auf deiner Reise wichtig sind. Der Koffer sollte recht stabil sein, so dass er der Beanspruchung des Reisens Stand hält. Vier Rollen, die sich in alle Richtungen drehen, machen dir das Leben leichter. Ein Trolley lässt sich leichter ziehen. Koffergriffe sind dennoch praktisch, wenn der Boden das Rollen mal nicht hergibt oder um Hindernisse wie Treppen zu überwinden.

2. Richtig packen: Setze auf ein flexibles vor Ort System

Wenn du deinen Koffer gut organisierst, dann hast du schon mal eine gute Basis für einen perfekten Urlaub. Was mir bei jedem Urlaub hilft, ist ein flexibles System vorzubereiten. Ich habe immer noch zusätzlich einen kleinen Handgepäcktrolley dabei oder eine Reisetasche aus Stoff, die sich ganz klein falten lässt, und so in das Hauptgepäck passt. Außerdem nehme ich immer ein paar Tüten und auch gerne die großen stabilen Plastikeinkaufstaschen mit, die es bei dm oder Ikea gibt. So kann ich unterwegs flexibel mit meinem Gepäck umgehen.

3.Richtig packen: Die Kleiderfrage

Plane vorher, was du zu welchem Anlass anziehen möchtest. Mache vielleicht vorher Fotos von den Kombinationen deiner Kleider, die möglich sind. Wäre doch schade, wenn du die Sachen ungetragen wieder nach Hause mitnehmen müsstest. Merke dir nach dem Urlaub, welche Sachen du nicht angezogen hast, überlege dir warum und ersetze sie beim nächsten Mal durch besser geeignete Kleidung. Wenn du dich bei der Planung optimal mit dem Anziehthema auseinandersetzt, dann kannst du deine Kleider schon Zuhause kombiniert zusammenlegen und die Kombinationen in durchsichtige Plastiktüten verpacken. Falls du nachhaltig sein willst, kannst du dafür verschieden farbige Stoffbeutel verwenden und dir aufschreiben, welche Kombination, welcher Stoffbeutel enthält und wofür du dir diese ausgedacht hast.

4. Der optimale Reiseverlauf: mindestens zwei Nächte an einem Ort

Aus- und wieder einpacken ist oft nervig, aus dem Koffer leben leider oft genauso. Überlege dir daher vorher wie lange du an einem Ort sein willst. Hast du mindestens zwei Nächte vor Ort, musst du nicht so häufig ein- und auspacken bzw. umpacken. Falls es sich nicht vermeiden lässt, jeden Tag weiterzufahren, um möglichst viel zu sehen, dann arbeite mit deinen zusätzlichen Taschen und stelle dir das Gepäck immer für mindestens zwei, besser vier Tage zusammen, so dass der große Koffer häufiger zu bleiben kann. Gibt es auf deiner Route Temperaturschwankungen oder unterschiedliche Kleiderbedürfnisse? Beispiel: Du bist eine Woche in den kühlen Highlands und zur Erholung danach eine Woche am Strand. Dann packe die Strandsachen nach unten und die Highlandsachen nach oben, so musst du nicht so viel wühlen.

5. Die Unterkunft vorausbuchen

Vor Ort verschiedene Unterkünfte ansehen, um die Beste zu finden, kann zwar bestimmt dazu dienen eine tolle Unterkunft zu finden, aber mit großem Gepäck macht das wenig Spaß. Wenn du vorab schon eine Unterkunft reserviert hast, dann kannst du dich bequem dort hin bringen lassen oder vorab sogar schon einen Transport bei der Unterkunft reservieren. Für mich war das immer die bequemste Variante. Am besten eignet sich diese Art des Reisens, wenn du Unterkünfte nimmst, die du sehr kurzfristig stornieren kannst, sollte dann einmal ein Reinfall dabei sein, kannst du immer noch umbuchen.

6. Die richtige Unterkunft wählen

Wenn du wie ich gerne mit viel Gepäck reist, gibt es ein paar Sachen, die bei der Wahl des Zimmers zu beachten sind. So sollte dein Zimmer immer mit einem Fahrstuhl erreichbar sein. Ist das nicht der Fall, dann solltest du mit einem hilfsbereiten Mann reisen, ein Zimmer maximal im ersten Stock nehmen oder vorher anfragen, ob es Gepäckträger gibt. Zimmer mit Anhängseln wie petite, small room etc. solltest du besser meiden bzw. vorher genau die bei der Buchung angegebenen Quadratmeter prüfen, die dir zur Verfügung stehen werden. Denn wenn du dich vor lauter Gepäck in deinem Zimmer nicht mehr bewegen kannst, kann das deinen Urlaub und deine Erholung empfindlich stören.

7. Dein Transportmittel vor Ort: Taxis

Taxis sind in Asien unglaublich günstig und mit viel Gepäck natürlich auch sehr bequem. Damit du kein böses erwachen vor Ort erlebst, informiere dich in Beiträgen zu deinem Reiseland dazu, worauf du beim Taxi fahren achten musst. Hier ist jedes Reiseziel speziell und schwarze Schafe gibt es leider häufiger. In Vietnam ist es z.B. gut, wenn dein Hotel dir das Taxi besorgen kann bzw. du darauf achtest ein offizielles lizenziertes Taxi zu nehmen. Andernfalls kann es dir passieren, dass du einen Taxifahrer erwischst, der absichtlich Umwege fährt oder ein getürktes Taxometer hat, dank dem du dann deutlich mehr bezahlen musst, als sonst üblich wäre.

8. Gruppenfahrten mit Übernachtung und Abholung an der Unterkunft

Manche zwei- bis viertägigen Kurztrips lassen sich vor Ort am besten mit einer Gruppenfahrt bewerkstelligen. Dabei gibt es oft Touranbieter, die dich am Hotel abholen und dich dort auch wieder hinbringen. Solltest du so einen Kurztrip planen, versuche mit deinem Hotel zu vereinbaren, dass dein Gepäck während du unterwegs bist, im Gepäckraum bleiben kann. Packe dir dein kleines zusätzliches Gepäckstück für die Tour und genieße fern zu Hause, mal mit wenig Gepäck unterwegs zu sein.

Du hast weitere Tipps für Reisende, die Urlaube mit Koffer bevorzugen? Dann freue ich mich, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt.

7 Kommentare

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  • Hallo Tanja,

    danke für diesen echt schön geschriebenen Artikel. In vielem von dem, was Du beschrieben hast, hab ich mich schmunzelnd wiederentdeckt. Ich plane meine größeren Reisen gerne genauso wie Du: mit viel Gepäck, aber nicht pauschal, sondern überlegt und individuell auf mich und meine Bedürfnisse angepasst. Und auch ich trenne mich nur ungerne von den auf Reisen so wichtigen Klamotten! Ostern diesen Jahres war ich beispielsweise mit einem Riesenkoffer in Sri Lanka. Geht auch zu zweit ganz gut in einem TukTuk!

    Dein Artikel hat mir wieder Lust gemacht auf Asien. Eigentlich wollte ich im Sommer nach Costa Rica, aber meine Spanischkenntnisse sind nicht existent. Daher vermutlich wieder Thailand oder ein ähnlich entspanntes (und sicheres) Land, in dem es im Juli nicht durchgängig regnet :) Vielleicht hast Du ja eine Idee oder einen Hinweis für mich?!

    • Hallo Jörn,

      schön zu lesen, dass ich da nicht alleine da stehe. Das es auch einem Mann so geht, macht es noch besser! :-) Oh, TukTuk und mein Gepäck stelle ich mir sportlich vor, Respekt, dass das geklappt hat!

      Wie war Sri Lanka? Das steht auch noch auf meiner To Do Liste. Ich will zuerst nach Laos und / oder Thailand bzw. als Kombi Thailand und Myanmar. Von Myanmar höre ich oft, dass es noch beschwerlich sein soll. Dafür muss es unglaublich schön sein. Bisher war ich leider nur in Vietnam, daher sind meine Tipps begrenzt. Da habe ich im Oktober im Norden in Hanoi und Halong angefangen, fuhr dann in die Mitte, obwohl da Regenzeit war, und dann ging es in den Süden. Mit einem double entry Visum lässt sich das prima mit Kambodscha kombinieren. Hatte damals nur zwei Wochen, da war das zu eng dafür, zumal ich mich in einer fünfer-Reisegruppe mit lauter Individualisten abgestimmt habe :-) Die Reise war toll und das Essen im Land super. Und für mehr Kleider, lohnt sich Hoi Ann in der Mitte. Dort sind lauter Schneider. Im Juli ist Vietnam glaube ich aber nicht so gut, da sind glaube ich ganz viele Schauer da. Ich verreise im Sommer ja immer in Europa und ziehe im Winter in die Ferne. :-)

      Schreib doch mal, wo es dich hingezogen hat.

      Liebe Grüße
      Tanja

  • Schöner Artikel, würde auch zu uns passen. Wir reisen am liebsten mit dem Koffer und auch alle von Dir beschriebenen Annehmlichkeiten nehmen wir gerne mit.

    Wie das in Asien wird, werden wir bei unserem ersten Besuch dort (Thailand, Dezember) noch raus finden. Aber Hotels, Flüge und Auto sind schon gebucht und wir freuen uns drauf.

    LG Thomas

    • Hallo Thomas,

      yeah, freu mich immer, wenn es noch andere Kofferreisende gibt!

      Bin gespannt wie ihr in Thailand damit klar kommt. In Malaysia war ich auch mit Koffer. Ging auch problemlos :-)

      Viele liebe Grüße
      Tanja

  • Hallo Tanja,

    also ich reise mit einem Trolley Rucksack. Zurzeit habe ich den Caribee Sky Master 70L mit Tagesrucksack. Den gibt es aber auch mit 80 Liter (für euch, die mit viel Gepäck reisen wollt ;-) ). Manchmal gibt es halt doch nur Schotterstraßen und dann kann man den Rucksack entweder super über die Haltegriffe oben und unten am Körper tragen oder ihn aber als Rucksack umbauen und auf den Rücken schnallen. Die meiste Zeit kann ich ihn aber einfach als Trolley verwenden und wie einen Koffer öffnen, um direkt an meine Sachen kommen. Außerdem verwende ich mehrere Eagle Creek Original Pack-It Tube Cube, damit ich mit einem Griff z.B. an meine Unterwäsche komme. Zusätzlich hat sich noch ein normaler Rucksack für´s Handgepäck bewährt – Somit habe ich drei Taschen (großer Trolley, Tagesrucksack und Handgepäckrucksack) und kann ggf. auch mal Gepäck in einem Hostel deponieren und eine kleine Tour machen.

    Viele Grüße
    Miriam

    • Hallo Miriam,

      so ein Ding klingt total praktisch. Das muss ich mir auch mal anschauen. Ich liebäugele ja mit einem Trip nach Myanmar und da wäre zwischendrin ein Rucksackmodell sicher besser. Mal sehen wie das weiter geht. Bisher war ich froh, dass ich mit dem Koffer überall gut durchkam :-)

      Danke für deinen Kommentar. Hab ich mich sehr darüber gefreut … ich wusste gar nicht, dass du hier mitliest ;-)

      Alles Liebe
      Tanja

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