Kvarner Bucht: Kroatiens Traumkulisse mit dem Katamaran erleben

Die Fischerboote von Ilovik bieten weitere schöne Motive.

Wer zum Segeln nach Istrien und zur Kvarner Bucht fährt, ist unterwegs in einer Kulisse zwischen italienischem Adria-Flair, historischen Stätten und Karibikflair und das bei 2.500 Sonnenstunden im Jahr. Heute erzähle ich dir in meinem „Bordbuch“ von einer Segel-Pressereise ab der Marina Pomer bei Pula. Eine Woche geht der Törn, der zu kleinen, aber auch großen Inseln der Kvarner Bucht wie Losinj, Rab und Cres führt.

Ich liebe Kroatien. So oft denke ich an meine Kroatien mit dem Auto Rundreise oder an meinen Stopp bei den Plitvicer Seen. Leider ist die Reise schon drei Jahre her, da wurde es dringend Zeit für neuen Kroatien-Lesestoff. Hier die Inhaltsübersicht meiner Woche in der Kvarner Bucht:

Tag 1: Katamaran erkunden und losfahren
Tag 2: Von Mali Losinj über Susak nach Ilovik
Tag 3: Von Ilovik in eine Zauberbucht bei Cres
Tag 4: Zu den vier Glockentürmen von Rab
Tag 5: Karibischer Landgang mit dem SUP und eine Nacht in Osor
Tag 6: Über Valun zur Altstadt von Cres
Tag 7: Zurück zur Startmarina
Mein Fazit zum Segeln in Istrien und der Kvarner Bucht

Doch ehe es los geht, noch ein paar Fakten zur Reise:

Hotel oder Segelurlaub? Diese kroatische Kulisse – hier in der Nähe von Rab – will vom Meer aus erobert werden. 

Ich bin auf dieser Pressereise mit Argos Yachtcharter unterwegs. Gebucht wurde für mich eine Fahrt mit einem Katamaran vom Typ Helia 44 ausgelegt für zehn Personen von Dream Yacht Charter ab der Marina Pomer sowie eine Skipperbegleitung. Dank ortskundigem Skipper kann ich ohne einen eigenen Segelschein in den Genuss einer Segeltour kommen. Das ist vor allem ideal für Freundesgruppen oder Familien, die von so einer Reise träumen, die aber keinen Bootsführerschein haben. Die Preise, mehr Details und alle Angebote findest du bei Argos Yachtcharter im Hauptkatalog. Falls du nach dem Beitrag noch offene Fragen hast, dann stelle sie mir, ich beantworte sie gerne.

Tag 1: Katamaran erkunden und losfahren

Unser Törn beginnt an der ACI Marina Pomer. Wenn ich von „wir“ spreche, dann meine ich Marion von Escape from Reality, die mich auf diese Reise begleitet, sowie unseren Mitreisenden. Mit neun Personen – inklusive Skipper – bewohnen wir einen wundervollen Helia 44-Katamaran. In der Marina Pomer liegt der bei Argos Yachtcharter gebuchte Katamaran von Dream Yacht Charter.

Marion und ich voller Freude im ersten Hafen in Mali Losinj 

Marion und ich reisen am Samstagmorgen mit dem Flugzeug von Stuttgart nach Pula. Vom Flughafen sind wir in rund 20 Minuten mit dem Taxi an der Startmarina. Die restlichen Mitreisenden sind schon mit dem Auto am Vortag angefahren. Die Marina könnte in Hochglanzprospekten auftauchen: Alles ist ganz neu und als wir mit unserem Segelgepäck aus dem Taxi aussteigen, landen wir direkt vor dem erst im Vorjahr eingeweihten Infintypool.

Einchecken auf einem „Helia 44“-Katamaran

Die „No Shoes“ im Sonnenuntergangslicht in der Marina Pomer.

An verschiedenen Stegen liegen die Boote. Zielstrebig gehen wir zum Liegeplatz der „No Shoes“, wie unser Boot heißt. Ein toller Name für ein Segelschiff, oder? Wobei sicherheitshalber ergänzt werden sollte, dass Bordschuhe beim Segeln zu empfehlen sind, damit es bei flinken Manövern nicht zu Verletzungen kommt. Aber das „Ohne Schuhe“-Urlaubsgefühl spricht mir aus der Seele. Dir auch?

Unser Katamaran, die "No Shoes", im Sonnenuntergangslicht in der Marina Pomer.

Unser Katamaran für eine Woche: die Helia 44 mit dem Namen „No Shoes“.

Das erste was wir von unserem Katamaran sehen, ist die Flybridge, die sich unter dem Segelsack mit dem Dream Yacht Charter-Logo darauf befindet. Davor bereitet sich auf dem Topdeck ein Liegeplatz aus. Seitlich liegt der Steuerstand, der drei Seglern einen überdachten Sitzplatz mit Schatten bietet.

Den Katamaran betreten wir über den äußeren, hinteren Sitzbereich, der sehr schön aufgeteilt ist und gemütlich wirkt. Sobald wir fahren, wird mir klar, hier ist meine Wohlfühloase. Auch der Innenbereich macht einen sehr hochwertigen Eindruck, durch die Vorproviantierung und das Gepäck der Mitreisenden sieht es hier aber schon etwas chaotisch aus.

Unser Schlafzimmer an Bord der Helia 44 – samt fahrender Aussicht mit Blick auf die Landschaften der Kvarner Bucht.

Für uns geht es mit unserem Gepäck direkt weiter zu unserer Kabine. Unser Schlafzimmer ist eine Woche lang der linke Bug. Das Bett ist geräumig und gemütlich für zwei Personen. Drum herum wurde auf Stauraum weitestgehend verzichtet. So haben wir mehr Schlafkomfort, weil sich das Bett in voller Breite über den Raum ausstreckt. Es gibt auch ein kleines eigenes Badezimmer, gegenüber davon findet sich noch ein Schrank mit zwei Staufächern und einem Hängeabteil. Insgesamt hat der Katamaran sechs Schlafzimmer. Vier Schlafzimmer haben ein eigenes Badezimmer.

Koordinaten: 44°47’18.9“N und 13°57‘01.1“E

Glamping-Badestopp an der Marina Pomer

Wir tauschen die Anreisekleidung gegen luftigere Klamotten sowie den Bikini darunter und machen uns an die Umgebungserkundung. Du liebst Glamping? Dann bist du an unserem ersten Stopp dieser Reise ebenfalls gleich perfekt aufgehoben. Wer früher anreist, der findet direkt neben unserem Ausgangspunkt, der Marina Pomer, eine noch neue Glampinganlage.

Von einfachen Tipizelten für zwei Personen bis zu zweistöckigen Premium-Zwei-Personen-Zelten gibt es unterschiedliche Unterkünfte. Ideal für alle, die vor oder nach einem Törn noch ein paar Landtage erleben und von hier aus die Umgebung erkunden möchten.

Wir als Marina-Gäste können den Bereich inklusive Dusche und Liegestühle ebenfalls mitnutzen. Am Kies-Badestrand feiern wir unsere Meer-Premiere auf dieser Reise und freuen uns schon auf den ersten absoluten Pluspunkt des Katamarans. Denn die für einen kroatischen Strand so typischen vielen kleinen und großen Steinen, die ein Baden ohne Schuhe fast unmöglich machen, stören viel weniger, wenn man direkt in das Wasser kann, ohne über den Strand gehen zu müssen. Und der Vorteil der Steine liegt auf der Hand. Welcher fragst du dich? Ich verrate es dir: Kroatien ist bekannt für sein wunderschönes klares Wasser.

Los geht es zu den 1.200 Inseln Kroatiens

Unterwegs zu den unzähligen Inseln der Kvarner Bucht in Kroatien.

Unterwegs zu den unzähligen Inseln der Kvarner Bucht in Kroatien.

Aber eigentlich sind wir ja hier, um vom Wasser aus das wundervolle Kroatien und speziell die Kvarner Bucht zu erkunden. Wir haben den Luxus, ein Proviantpaket gebucht zu haben. So können wir auf das lästige Einkaufen verzichten. Mit dem Eintreffen des Skippers und seiner Abnahme des Bootes fahren wir direkt los.

Da die Wetterbedingungen ideal sind und wir den Katamaran früh übernehmen dürfen, starten wir gleich mit einer längeren Fahrt Richtung Kvarner Bucht und Kroatiens Inselwelt.

Rund 1.200 Inseln unterschiedlicher Größe liegen vor dem Festland von Kroatien. Auf unserer Tour werden wir Susak streifen, die mit vier Quadratkilometern als eher klein gilt, vor allem hinsichtlich der Tatsache, dass sie bewohnt ist. Auch Cres steht auf dem Törnplan. Sie gehört mit über 400 Quadratkilometern zu den größten Inseln Kroatiens.

Angekommen in der Kvarner Bucht und Delfine

Zwischen Otok Unije und Losinj begegnet uns eine kleine Delfingruppe. Foto: Bernd Oelsner

Zwischen Otok Unije und Losinj begegnen uns Delfine. Foto: Bernd Oelsner

Die Delfine der Adria in der Kvarner Bucht sollen selten geworden sein. Nur noch 200 Exemplare würden in der Adria schwimmen. Ich halte deshalb meine Chancen auf die – neben Schildkröten – mir liebsten Meeresbewohner zu treffen, für nicht allzu groß.

Umso überraschter bin ich, als wir rund zweieinhalb Stunden nach dem Ablegen aus der Startmarina zwischen Otok Unije und Losinj eine kleine Gruppe Delfine entdecken, die sogar kurzzeitig mit unserem Boot schwimmt. Es bleibt auf dieser Reise leider die einzige Delfinbegegnung direkt am Bug. Wir sehen noch ein paar Delfine, am Horizont hüpfen, aber so beeindruckend nah, kommen sie uns nicht mehr.

Koordinaten: 44°39’34.8“N und 14°18‘13.7“E

Badestopp auf Losinj

Der erste von vielen Badestopps in der Kvarner Bucht.

Am sehr späten Nachmittag wird es Zeit, die Badetauglichkeit des Katamarans zu testen. Einfach direkt ins Meer hüpfen zu können, ist das absolut Schönste am Urlaub mit dem Boot. Wobei ich meist mehr sanft über die Badeleiter hineinklettere, statt zu springen. Ich habe die Koordinaten dieses und aller folgenden Badestopps notiert. So kannst du die Route besser nachvollziehen. Alle Stopps findest du am Ende des Beitrags in einer Google-Karte zusammengefasst. Unser erster Badestopp in der Kvarner Bucht wird in Google Maps als Plaža Egerija geführt.

Koordinaten: 44°33‘37.8“N und 14°23‘50.8“E

Gemalte Hafenkulisse in Mali Losinj

Hafenkulisse und Promenade von Mali Losinj.

Ein wenig später heißt es für unsere Reisegruppe: Kameras raus und Augen auf. Als ersten Übernachtungsstopp hat sich unser Skipper den malerischen Ort Mali Losinj ausgesucht. Allein wegen der Einfahrt in die traumhaft schöne Kulisse des Städtchens, lohnt die Fahrt auf dem Wasserweg hierher.

Einfahrt in den Hafen von Mali Losinj.

Einfahrt in den Hafen von Mali Losinj.

Die Hafenbucht präsentiert sich einfahrenden Seglern trichterförmig. Zum Ziel hin wird das Meerbecken immer schmaler wie auch bei einem Fjord. Über den hier liegenden Booten erstreckt sich die Kulisse der Stadt. Palmengesäumte Promenadenwege führen um den Hafen herum. In der ersten Reihe stehen Prachthäuser, wie auch Gebäude, die ihre Glanzzeiten hinter sich haben, eine tolle Fotokombination.

Booturlauber, aber auch Ausflüger sind auf den Wasserwegen von Mali Losinj unterwegs.

Booturlauber, aber auch Ausflüger sind auf den Wasserwegen von Mali Losinj unterwegs.

Die Häuserfronten hinter der Promenadenreihe, die sich bergig erheben, verstärken den zauberhaften ersten Eindruck noch. Hoch über dem Gewirr von bunten Häusern, flachen und roten Dächern sieht man die Pfarrkirche von Mali Losinj.

Ausflugsboote und die bunten Häuser der Stadt.

Schief hängendes Holzläden und abblätternder Putz verleihen Mali Losinj nur noch mehr Charme.

Wie bunte Bauklötze aus der Pastellmädchenreihe wirken die Häuser der Hafenstadt.

Wie bunte Bauklötze aus der Pastellmädchenreihe wirken die Häuser der Hafenstadt.

Wo Palmen Ufer säumen, ist für mich das Glück Zuhause.

Zu gern wäre ich auch nach dort oben gegangen oder sogar noch höher hinaus, um einen Blick von oben auf den Hafen zu werfen. Doch weder dazu, noch für einen Bummel in diesem wundervollen Hafenstädtchen der Kvarner Bucht bleibt Zeit. Aber wie heißt es so schön, es braucht ja immer Gründe wiederzukommen. Die habe ich in Mali Losinj ausreichend.

Erwartungsvoller Blick auf die malerische Stadtkulisse von Mali Losinj.

Im frühen 19. Jahrhundert war Mali Losinj der zweitwichtigste Hafen der Adria. Heute legen hier vor allem Ausflugsboote an und ab. Auch viele Bootsurlauber wie wir kommen für eine Nacht. Rund um den Hafen finden sich Cafés, Restaurants und natürlich Eisdielen. Am Abend spielt Live-Musik für die Gäste der Bars und das flanierende Publikum.

Selbst die zum Trocknen aufgehängte Wäsche, weckt in Mali Losinj die Fotografielust.

Einkehr im Restaurant Baracuda

Wir kehren in eines der bekanntesten Restaurants der Stadt ein, das Baracuda. Hier ist eine Tischreservierung sehr empfehlenswert. Unser Skipper hat das bei der Anfahrt für uns übernommen. Zur Vorspeise gibt es ein unglaublich leckeres Oktopus-Carpaccio. Für die Hauptspeise wählen wir aus der Fischtheke den frisch gefangenen Fisch des Tages aus. Marion und ich teilen uns einen Drachenkopffisch und einen Peterfisch.

Als Beilagen werden gegrilltes Gemüse, Kartoffeln und Mangold mit Knoblauch serviert. Vor allem der Mangold ist eine Entdeckung und wird direkt öfters in den kommenden Tagen geordert. Das Restaurant ist preislich gehoben. Wir zahlen pro Kopf etwas über 50 Euro. Den Nachtisch im Restaurant lassen wir ausfallen und kehren lieber beim Abendbummel in einer Eisdiele ein.

Koordinaten: 44°31’58.1“N und 14°27‘59.9“E

Tag 2: Von Mali Losinj über Susak nach Ilovik

Die kleine, autofreie Insel Susak genießen wir vom Wasser aus.

Die Insel Susak genießen wir vom Wasser aus.

Wer sich auf eine Segelreise begibt, der weiß: Wenn der Wind kommt, hat segeln die Priorität. Gerade in sommerlichen Gebieten lassen an Sommertagen die Windbedingungen das Segeln zu selten zu, sodass man nutzt, was man bekommt. Zwar kommt man auch prima unter Motor von A nach B, aber es ist nicht dasselbe wie vom Wind getrieben auf dem Wasser unterwegs zu sein. Auf dem Weg nach Susak habe wir der Wind. Eigentlich wollen wir an der Insel stoppen. Doch dann ist das Segelglück perfekt: Wir holen die Segel raus und gleiten bei entspannten sieben Knoten sanft über das Meer. Also genießen wir, spontan wie wir sind, Susak im vorbei fahren.

Die autofreien Inseln von Kroatien: Susak und Ilovik

Susak ist eine autofreie Insel.

Wusstest du, dass es in Kroatien viele kleine Inseln gibt, die autofrei sind? Es ist für mich der Tag ohne Autos. Susak, wie auch Ilovik, wo wir später am Abend anlegen werden, verzichten auf diese Art des motorisierten Verkehrs. Wie passend, dass wir an Susak mit Windantrieb und ohne Motor vorbeisegeln.

Segel raus: Wind will auf einer Segelreise genutzt werden.

 

 

Segel raus: Wind will auf einer Segelreise genutzt werden.

Susak ist nur vier Quadratmeter groß und soll bei Bootsausflüglern, Kitern und Tauchern, die zu einem versunkenen Schiffswrack wollen, sehr beliebt sein. Auch Strandurlauber kommen wohl gerne dahin, weil hier einer der wenigen Sandstrände der Kvarner Bucht zu finden ist. Für mich bleibt es bei einem vorbeifahrenden ersten Eindruck.

„Rettungseinsatz“ in der Bucht von Ilovik

Das Segelglück pausiert in einer Bucht bei Ilovik ankommen. Wir blicken sprachlos auf das wunderschöne karibisch-blaue Wasser, das sich uns präsentiert Kurz vergessen wir die Kraft des Meeres, so begeistert sind wir, und sind überrascht von der Strömung. Es ist die – soweit greife ich meinem Reisebericht einmal vor – die stärkste auf der ganzen Reise. Planschend treiben wir flott vom Boot Richtung offenes Meer. Schwimmend kommen wir zum Glück dagegen gut an.

Auf dem Stand-up-Paddle wird es aber sportlich. Gut, die Fahrerin könnte sich das Bord anleinen und schwimmend zurück zum Katamaran. Doch wir gönnen uns, einen kleinen spaßigen „Rettungseinsatz“ mit dem Dingi. Wer schon mit dem Motorschlauchboot herumgefahren ist, kann sich vorstellen, dass derjenige, der rausfahren durfte, viel Spaß bei der Dingi-Premiere dieser Reise hatte.

Koordinaten: 44°26’43.9“N und 14°33‘32.7“E

Autofrei und bezaubernd: die Blumeninsel Ilovik

Die Insel Ilovik mit der Kirche

Die Insel Ilovik mit der Petrus und Paulus geweihten Kirche im Hintergrund.

Bei Blumeninsel muss ich zweifelsohne an die Insel Mainau in Deutschland denken. Doch auch in der Kvarner Bucht findet sich eine Blumeninsel. Sie heißt Ilovik und ist 5,8 Quadratkilometer groß. Wir legen am Abend dort mit unserem Katamaran an.

Die Fischerboote von Ilovik bieten weitere schöne Motive.

Die Fischerboote von Ilovik bieten schöne Motive.

Die Blumen wollen Marion und ich selbst sehen und ziehen los zu einem einstündigen Fotospaziergang. Wir kommen vorbei an einem Anleger für die Fischerboote, an der kleinen Kirche aus dem 19. Jahrhundert, die Petrus und Paulus geweiht ist, an Mini-Altären und baufälligen Häusern. Ein Weg führt am Meer entlang und bietet schöne Fotomotive. Eine Parkbank ist so platziert, dass man sich fragt, ob sie ein Maler hat hinstellen lassen. Wir widerstehen ihrem Anblick, obwohl sie laut und deutlich ruft: „Setz dich. Genieße, dass du hier bist.“

Diese Parkbank ist perfekt platziert, wer kann hier einer Pause widerstehen?

Diese Parkbank ist perfekt platziert, wer kann hier einer Pause widerstehen?

Und die Blumen? Die ersten wunderschönen Blütenexemplare setzen den Wegweiser zum Strand pittoresk in Szene.

Dieses Strandschild kann sich sehen lassen.

Dieses Strandschild kann sich sehen lassen.

In den Gassen entdecken wir noch mehr Blumen. Marion kennt viele Namen. Ich nur die Hortensien. Sie machen ein Sträßchen fast zum Gemälde. Wir bewundern die hübschen Vorgärten, die mit so viel Liebe gestaltet sind. Schmetterlingen, von denen ich im Reiseführer lese, sehen wir leider keine. Dafür die Palmen und die Eukalyptus- und die Olivenbäume. Überall blüht der Oleander. Granatapfel werden zwischen den Blüten gerade zur Frucht.

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Blumen säumen die Terrassen der Häuser von Ilovik

Eine Gasse voller Hortensien.

Verliebt in die Blumeninsel Ilovik.

Den Charme des heruntergekommen gibt es auf Ilovik ebenfalls.

Auch beobachten wir das Treiben der Einheimischen und Touristen. An einer wunderschönen Terrasse eines Lokals bleiben wir stehen. Ein Holzgestell umgibt einige Tische. Vorhänge wehen hier im Wind. Die Umgebung ist liebevoll dekoriert. Alles schreit danach, in diesem Restaurant einzukehren. Den Blick auf die Boote im Hafenbecken gerichtet, einen Aperol zu trinken und den Abend ausklingen zu lassen. Wir erliegen dem Ruf und machen es uns bequem.

Wer würde in dieser Kulisse nicht gerne einkehren?

Wer würde in dieser Kulisse nicht gerne einkehren?

Sonnenuntergang in Ilovik

Aperol auf Ilovik zum Sonnenuntergang.

Aperol auf Ilovik zum Sonnenuntergang.

Wir werden auf Deutsch begrüßt. Die Insel ist bei Deutschen beliebt, das zeigen auch die Boote, die auf Boje vor Ilovik liegen. Unzählige deutsche Flaggen wehen an den Segelmasten. Wir genießen die untergehende Sonne. Ganz können wir allerdings unserer Fotoleidenschaft nicht entfliehen. Als die Sonne dabei ist, hinter den Häusern zu verschwinden, stehen wir für ein weiteres Foto auf. Wir entdecken ein neues Motiv: die Fischeraccessoires, die im Licht der untergehenden Sonne anmuten, als seien sie dramatische Kulisse und nicht einfach nur Gegenstände des Alltags der Menschen, die auf der Insel leben.

Fischeraccessoires im Licht der untergehenden Sonne von Ilovik.

Fischeraccessoires im Licht der untergehenden Sonne.

Beim Spaziergang zurück werfen wir noch einen Blick auf die Insel gegenüber, die Sveti Petar. Dort, in nur 250 Metern Entfernung, findet sich der Friedhof der Bewohner von Ilovik. Außerdem versüßen dort die Ruinen einer venzianischen Festung aus dem 16. Jahrhundert den Bootsfahrern die Einfahrt nach Ilovik. Das Gesamtgebilde aus Inselgrün, Palmen und Ruine – ein Turm und Mauern stehen noch – sieht einfach toll aus.

Venezianische Festung auf Sveti Petar gegenüber von Ilovik.

Koordinaten: 44°27’42.6“N und 14°32‘55.2“E

Tag 3: Von Ilovik in eine Zauberbucht bei Cres

Es ist der einzige Tag unserer Reise in der Kvarner Bucht an dem das Meer weniger Badewanne und mehr Meer ist. Der Katamaran hüpft tapfer mit den Wellen mit. Das hoch und ab merken wir an Bord. Beobachten wir andere Schiffe, sieht es ehrlich gesagt noch recht sanft aus. Also kein Grund zur Panik. Trotzdem nicht so entspannt, wie eine gänzlich ruhige See.

Wir sind keine halbe Stunde draußen, als sich in mir Vorfreude auf einen Hafen breitmacht. Zum Glück wird mir nicht schlecht, aber Nebenbeibeschäftigungen wie Geschirr spülen, Bilder sichten und bearbeiten, schreiben oder lesen müssen ruhen. Dafür ist das Wasser zu wild.

Ruhe suchen zwischen Vele Orjule und Male Orjule

Der Kontrast zwischen Fahrt und Badebucht, in der wir nach keiner vollen Stunde ankommen, könnte nicht größer sein. Von Inseln umgeben liegt das Meer ruhig wie ein kleineres Binnengewässer vor uns. Keine Spur mehr von den erhöhten Wellen, die unseren Weg beschwerlicher als an den Vortagen machten.

Die vielleicht schönste Frühstückskulisse: Ein Boot und das Meer. Die kroatischen Croissants sind übrigens Weltklasse. Foto: Bernd Oelsner

Die Bucht in der wir ankern, ist geprägt von zwei kleinen Inseln, der Otok Male Orjule und der Otok Vele Orjule (sprich: die kleine und die große Orjule-Insel). Unter Skippern und Seglern ist die Bucht bekannt für ihre windgeschützte Lage. Beim typischen Bord-Frühstück mit Traumblick ist der schwankende Start zum Glück auch gleich wieder vergessen.

Koordinaten: 44°29’35.4“N und 14°33‘38.8“E

Skipperentscheidung: Buchten- und Badetag

Eigentlich sollten wir laut Törnvorschlag heute nach Rab fahren. Doch der Weg von Ilovik zur Insel Rab wäre sehr unruhig. Wir bleiben lieber in der Schutzzone der Inseln Losinj und Cres. So wird der dritte Tag unserer Reise zum Buchten- und Badetag.

Ich liebe unseren gebuchten Skipper dafür, dass er die Wetterbedingungen ideal nimmt und uns einen perfekten Tag beschert, egal was Wind und Meer treiben. Ein ortskundiger Skipper, der das Segelrevier gut kennt, kann bei verschiedenen Bedingungen schnell umplanen und so für eine tolle Reise sorgen. Darüber freuen wir uns an diesem Tag sehr.

Buchtliebe bei Punta Križa im Süd-Ost-Zipfel von Cres

Wir bewegen uns nach dem Frühstück zu einer zweiten Bucht, die im südwestlichen-Zipfel der Insel Cres liegt. Felder und Pinienwälder sowie unzählige Traumbuchten prägen diese Inselecke. Nur wenige Kilometer vom Städtchen Punta Križa entfernt ankern wir in der „Jesus“-Bucht, wie ich sie im Laufe des Tages für mich zu bezeichnen pflege.

Warum dieser Name?

Kaum haben wir begonnen zu planschen, paddelt auf einem Stand-up-Paddle-Bord ein nackter, älterer Herr mit langen, weißen, in einem Zopf zusammengehaltenen Haaren lächelnd an uns vorbei. Jemand scherzt: „Da paddelt Jesus!“. So war mein Buchten-Spitzname geboren.

Der Anblick von FKK ist typisch für viele Badestopps in Kroatien. Es gibt Nackt-Segeltörns und FKK-Unterkünfte. Auch viele Booturlauber sind unterwegs, so wie die Natur sie schuf. Ankern wir in der Nähe, bleiben manche Bootfahrer nackt, viele holen dann aber auch ihre Badekleidung. Bis zum Ende der Reise frage ich mich, ob sie sich anziehen, weil sie höflich sind oder weil wir in unserer Reisegruppe mit vielen Tele-Objektiven mit guten Zooms ausgestattet sind.

Anmerkung: Ich hoffe, dass ich mit diesem Bucht-Spitznamen niemandem zu nahe trete. Er soll keinesfalls einen Gläubigen beleidigen.

Unvergessliche Momente in der Traumbucht

Für mich ist dieser Ankerplatz in der Bucht von Punta Križa aus einem weiteren Grund etwas besonders. Denn ich feiere hier meine SUP-Premiere. Zuerst lerne ich, auf Knien zu paddeln und wage mich schließlich sogar ein oder zweimal stehend auf das Bord. Dabei muss ich allerdings feststellen, dass ich stehend zu wackligen Knien neige und eher falle, als stehe. Trotzdem macht es mir ungemein Spaß.

Als wir keine Lust mehr auf Sport mit den SUPs haben, funktionieren wir diese kurzfristig um. Wir binden die aufgeblasenen Stehbretter an unser Motor-Schlauchboot und ziehen die SUPs wie auf einer Rundfahrt hinterher.

Bimmelbahngefühle auf dem Salzwasser:

Ich erinnere mich kurz an den windigen Morgen. Nie hätte ich gedacht, dass wir später am Tag so viel Spaß im still ruhenden, strömungslosen Meerwasser hätten.

Koordinaten: 44°37’07.8“N und 14°31‘32.7“E

Schlafen in der Buch mit perfektem Sonnenuntergang

Sonnenuntergang in der Bucht unweit von Punta Križa

Am frühen Abend nehmen wir wieder Fahrt auf. Wir fahren aber nur um die Ecke in eine weitere Bucht unweit von Punta Križa. Dort liegen schon einige Segelboote bereit für den Abend und die Nacht. Es ist unsere einzige Buchtnacht auf dieser Reise und ich freue mich sehr darüber, dass wir zumindest eine Nacht so richtig draußen in der Natur schlafen.

Als wir die Bucht erreichen, sind vorne noch ein paar Bojen frei. Unser Skipper fährt aber zielgerichtet weiter hinein, um uns zwischen anderen Booten festzumachen. Was uns zuerst vielleicht unlogisch erscheint, weil es hinten etwas gedrängter ist, wird spätestens beim Sonnenuntergang zum wahr gewordenen Traum.

Sonnenuntergang in der Bucht unweit von Punta Križa

Warum? Dazu gleich noch mehr.

Sonnenuntergang in der Bucht unweit von Punta Križa

Wir erleben den perfekten Abend. Bis zum Sonnenuntergang gammeln wir auf dem Topdeck unseres Helia 44-Katamarans.

Sonnenuntergang in der Bucht unweit von Punta Križa

Unser Skipper gibt den DJ und sorgt nicht nur für den perfekten Liegeplatz, sondern auch für viel Spaß.

Nach einigen Abendgetränken geht die Sonne schließlich unter. Wir kommen aus dem Staunen und Fotografieren nicht heraus, so perfekt ist der Abend. Jetzt zahlt sich unsere clevere „Parkposition“ aus, denn die anderen Segler sind die perfekte Fotokulisse. Dank ihnen wirkt der Sonnenuntergang noch schöner und malerischer, als er sowieso schon ist.

Sonnenuntergang in der Bucht unweit von Punta Križa

Sonnenuntergang in der Bucht unweit von Punta Križa

Irgendwann wird es Zeit schlafen zu gehen und auch darauf freue ich in dieser Nacht ein bisschen mehr, als in den Häfen in denen wir sonst liegen. Auf dem Wasser schaukelt das Boot seine Bewohner wunderbar in den Schlaf. In dieser Nacht ist es allerdings so windstill, dass sich das Schaukeln eher wie eine eingerostete Kinderwiege anfühlt. Darüber beschweren will ich mich aber keinesfalls. Ehrlicherweise bin ich ein ziemlicher Schönwetter-Segler.

Nachdem Sonnenuntergang geht der Vollmond auf.

Koordinaten: 44°38’08.8“N und 14°31‘54.0“E

Tag 4: Zu den vier Glockentürmen von Rab

Als wir am vierten Tag in unserer Bucht aufwachen, erleben wir den weiteren Vorteil einer Bojen-Nacht in der Natur. Noch vor dem ersten Frühstück springen wir begeistert ins Wasser und erfreuen uns an unserem Meer- und Badeurlaub.

Ganz viel Badeliebe für unseren nächsten Buchtstopp vor Rab

Die Inseln Rab, Maman und Sridnjak liegen seitlich dieser wunderschönen Bucht.

Wir fahren weiter, um erneut den Anker zu werfen. Zwischen den Inseln Rab, Maman und Sridnjak befindet sich ein ganz wunderschöner Ort für einen Sprung ins kalte Nass. Wer jetzt denkt, baden die denn schon wieder, den muss ich bitten, schnell zum nächsten Absatz zu springen. Denn ja, wir stoppen wieder, um das karibische Meer Kroatiens zu genießen

Tatsächlich verbringen wir auf dieser Reise die Zeit zwischen Frühstück und Nachmittagssnack auf dem Wasser: In dieser Zeit fahren wir zum nächsten Stopp oder Baden eben. Doch dieses Mal will ich gar nicht so sehr auf die Bademomente eingehen, sondern erzählen, warum mir dieser Halt besonders gut gefällt.

Blick auf Rab und das kroatische Festland.

Der Grund ist die wunderschöne Kulisse, in der wir unseren Katamaran festmachen. War die Umgebung der Stopps davor eher flach gehalten, blicken wir jetzt auf die bergigen Züge des Festlands. Die drei Inseln verschaffen zusätzlich eine interessante Fotoperspektive. Ganz nach dem Motto Vordergrund macht Bild gesund, lassen sich auch die Boote der anderen Reisenden wunderbar in unsere Fotos miteinbeziehen. Bekannt ist die Ecke vor allem für ihre schönen nicht zu vollen Strände, da hier viele Ecken nur mit dem Boot erreichbar sind.

Ich probiere mich hier auch wieder als SUP-Fahrer. Es geht schon viel besser, als bei meinem ersten Versuch. Außerdem macht es Spaß, wie auf einer Rundfahrt zwischen den Booten das SUP zu steuern.

Koordinaten: 44°48’43.6“N und 14°41‘56.8“E

„Happy Island“ Rab erkunden

Die Altstadt von Rab mit ihren vier Glockentürmen.

Die Altstadt von Rab mit ihren vier Glockentürmen.

Rab selbst sagt von sich, es sei ein „Happy Island“. Eine Werbung, die in meinen Augen nicht zu viel verspricht. Damit dieser Beitrag sich nicht ins Uferlose zieht, habe ich mich entschieden, meinem Rab-Reisebericht und meine Rab-Tipps separat zu veröffentlichen.

Sobald er online ist, findest du ihn an dieser Stelle verlinkt.

Koordinaten: 44°45’23.2“N und 14°45‘47.1“E

Tag 5: Karibischer Landgang mit dem SUP und eine Nacht in Osor

Wer sich schon morgens in das Sightseeing von Rab stürzt, der hat eine Badepause nötig. So ähnlich muss unser Skipper denken, als er schon, kurz nachdem wir Rab mit unserem Katamaran verlassen haben, den Anker zwischen den Inseln Otok Veli Dolfin und Otočić Mali Dolfin wirft und uns ins Wasser entlässt.

Der Vorteil dieses Badestopps ist, dass er selbst mit dem Segelboot schnell zu erreichen ist. Nur eine gute Stunde nachdem wir Rab verlassen haben, springen wir in das Wasser, das erneut karibisch blau-leuchtet. Wer also die Altstadt von Rab erkundet hat und davon Erholung sucht, muss mit dem Boot gar nicht weit fahren.

Wir bleiben nicht allzu lange, da wir an diesem Tag noch weiter zur Insel Cres wollen. Schön ist die Zeit in der Schutzzone der beiden unbewohnten Inseln dennoch.

Koordinaten: 44°41’23.0“N und 14°41‘26.5“E

Auf zur Marina von Osor

Osor war Bischofssitz – der Kirchturm prägt noch heute das Stadtbild …

Heute sind wir länger auf dem Wasser unterwegs. Von Rab aus startend, machen wir uns auf den Weg zur Westseite der Insel Cres, um dort in der Marina Osor eine Nacht zu verbringen. Bei einem Fotospaziergang lerne ich das kleine und beschauliche Osor lieben und staune über seine mehrere tausend Jahre alte Geschichte.

 

 

Aufwachen in Osor und die Spiegelung des Kirchturms sehen …

Erfahre in einem extra Beitrag mehr zu meinem Besuch in der Museums-Stadt in der Schafe und Katzen, aber auch ganz viel pittoreske Schönheit mein Herz höher schlagen lassen. (noch nicht online)

Koordinaten: 44°41’33.5“N und 14°23‘37.9“E

Tag 6: Über Valun zur Altstadt von Cres

Die Schwenkbrücke öffnet sich, um die wartenden Boote passieren zu lassen.

Gegen kurz nach neun Uhr wird es Zeit, von Osor Abschied zu nehmen. Wir reihen uns in die Schlange der Boote ein, die darauf warten, dass sich die Schwenkbrücke öffnet, um den berühmten zwölf Meter breiten Kanal zu befahren.

In meinem Osor-Beitrag erzähle ich dir, was es mit dem Kanal von Osor auf sich hat und wieso eine gelungene Durchfahrt keine Selbstverständlichkeit ist.

So viel sei vorweggenommen, nachdem wir durchgefahren sind, bedanken wir uns mit Jubel und Applaus bei unserem Skipper für die gelungene Durchfahrt.

„Karibik“-Mini-Landgang vor der Insel Otok Zeča

 

„Da brauche ich keine Karibik, wenn ich das haben kann“ – wie oft haben wir auf dieser Reise diesen Satz schon gesagt. Als wir in die neueste Badebucht einfahren, fühlen wir uns in unserer Denke wieder bestärkt. Wunderschöne Blautöne schimmern rund um unseren Katamaran herum. Wir sind nicht das einzige Segelboot, das den Anker herunterlässt, aber es ist auch nicht sehr überfüllt.

 

Unser Badestopp befindet sich vor der Insel Otok Zeča. Ein einsames Haus steht hier und blickt auf die Bucht. Zwei Personen sitzen vor dem Gebäude und scheinen ihren Morgenkaffee zu trinken. Ob die Boote, die hier ankern, ihre Einsamkeit stören?

 

Kaum angekommen, lassen wir unser Schlauchboot und unsere SUPs ins Wasser. Bei einer SUP-Dingi-Runde fahren wir auch zur Insel und sind entzückt, wie unglaublich klar das Wasser ist. Der Besuch fällt allerdings recht kurz aus, da wir keine Badeschuhe an haben. Wir Anfänger! Die großen und kleinen Steine sind zum Laufen leider suboptimal. Sie sind neben den fehlenden Palmen und der etwas kühleren Wassertemperatur der stärkste Unterschied zur Karibik.

Auf dem Rückweg zum Boot fahren wir an einem Katamaran mit Plastikflamingo vorbei. Leider wurde er von seiner Crew nicht zu Wasser gelassen, das Pink in der weiß-blauen Boot-Wasser-Szenerie sieht aber auch so nach Spaß-Urlaub aus.

Koordinaten: 44°46’39.6“N und 14°18‘24.7“E

Der Möwen-Leuchtturm von Cres

Wenn der Katamaran über das Meer gleitet, überkommt mich regelmäßig tiefenentspannte Müdigkeit. Da ist es kaum überraschend, dass ich täglich irgendwo in einer Ecke zum Mittagsschlaf eingekuschelt liege und vor mich hindöse. In unserer Crew bin ich damit nicht allein, den meisten Mitreisenden geht es ähnlich.

Der Mittagsschlaf am sechsten Tag der Reise wird allerdings abrupt von aufgeregtem Stimmengewirr unterbrochen: „Holt mal jemand Brot für die Vögel“. „Ich hole noch die Kamera“. Ich versuche, die Worte zu sortieren. Ich sehe keinen der Mitreisenden mehr im hinteren Katamaran-Bereich. Hmh. Dafür höre ich das Gekreische von Möwen. Vielen Möwen.

Was ist denn hier los, frage ich mich.

 

Ich laufe von meiner gemütlichen Chill-Ecke des Katamarans nach vorne, um zu sehen, wo die anderen sind. Mein Blick fällt auf eine kleine Insel mit einem Leuchtturm darauf. Drumherum fliegen und schwimmen unzählige Vögel. Große Möwen und Nachwuchsmöwen mit noch dunklem Gefieder. Alle Mitreisenden stehen mit ihren Kameras bewaffnet vorne. Jemand wirft Brot in die Luft und die Vögel schnappen wild schimpfend danach. Wer nicht in der Luft erfolgreich ist, kämpft auf dem Wasser, wo das Brot landet, gegen die Kumpels, um an die schwimmende Beute heranzukommen.

Ein bisschen kritisch stehe ich vorne und beäuge die Szenerie. Ganz geheuer sind mir die Vögel nicht, so aufgeregt wie sie um unser Boot schwirren. Mich würde nicht wundern, wenn gleich jemand ruft: „Mich hat eine Möwe angeschissen“. Im Zweifelsfall rechne ich sogar, dass ich diejenige bin.

Während ich noch eifrig die Szenerie in Bildern festhalte, hüpfen die ersten Mitreisenden ins Wasser und schwimmen Richtung Möwen-Leuchtturm-Insel. So sind sie mittendrin, statt nur dabei.

Koordinaten: 44°55’16.4“N und 14°17‘18.4“E

Entschleunigen in der Bucht von Valun

 

Vielleicht ist es der Badestopp auf der Reise, bei dem ich am meisten bedauere, nicht auch einen Spaziergang an Land unternehmen zu können. 14 Kilometer von Cres entfernt liegt der Ort Valun, in dessen Bucht wir zum Essen und Baden ankern.

Valun wirkt vom Wasser aus so entschleunigend, wie ich mir vorstelle, dass es sich an Land auch anfühlt. Das kleine Fischerdorf ist autofrei. Nur wer ein Zimmer gebucht hat, darf dorthin mit dem Auto. Sonst ist spazieren und langsames Erkunden angesagt. Das Städtchen wirkt liebevoll. Die Häuser stehen etwas oberhalb der Wasserlinie, sie erinnern mich an durcheinander aufgereihte und gestapelte Kinderbauklötze. Mancher Historiker würde mir für diese Aussage vielleicht den Kopf abreißen. Immerhin ist Valun reich an Vergangenheit und bewahrt sogar einen historischen Schatz in seiner Kirche auf. Eine Steintafel aus dem 11. Jahrhundert mit glagolitischer Inschrift.

Die Terrassen der Restaurants blicken Richtung Wasser und man kann nur erahnen, wie gut es bei einem Stopp schmecken würde. Es gibt sogar eine Mini-Marina, die bei Seglern sehr beliebt sein soll.

Wir machen unweit eines von Bäumen eingerahmten kleinen Strandes von Valun an einer Art Boje fest. Als wir ins Wasser steigen, sieht das blau noch weitläufiger aus als sonst. Die Wasserfarbpalette wirkt perfekt abgemischt. Auch scheint das Wasser in dieser geschützten Bucht schon ein bisschen wärmer als in unseren vorhergehenden Stopps.

 

Ich fühle mich ein bisschen, wie aus der Zeit gefallen und genieße jede Minute, die wir in diesem Badeparadies verbringen.

Koordinaten: 44°54’22.2“N und 14°21‘48.3“E

Ein Abend in der Altstadt von Cres

Anlegen in der ACI Marina Cres.

In Cres-Stadt, der Hauptstadt, die einst von Osor die Regierungsgeschäfte übernahm, leben rund 2.500 Menschen, der Hauptteil der Bevölkerung der Insel Cres. Die Einfahrt in die ACI Marina Cres führt an der Altstadt vorbei. Keine zentrale Lage. Zu Fuß brauchen wir rund 20 Minuten nach Cres-Stadt. Dafür liegen wir hier wesentlich ruhiger als im Stadthafen von Cres, wo am Abend unseres Besuchs laute Live-Musik spielt. Wir können den Abend im Zentrum so lange auskosten, wie wir Lust haben. Müssen aber nicht im lärmigen Stadthafen schlafen, sondern schlummern ganz Musik auf den Ohren entspannt in der Marina ein.

 

 

Im Restaurant Riva speisen wir. 

Der Besuch der Altstadt von Cres ist noch einmal ein richtiges Highlight. Zwar haben wir wegen unserer Tischreservierung keine Zeit durch die kleinen Gassen zu schlendern oder das Franziskanerkloster am Stadtrand zu besichtigen, dafür machen wir eine ausgiebige Fototour rund um den zentralen Platz Trg Frane Petrića und um das Hafenbecken Mandra. Unzählige Boote der Einheimischen liegen hier. Das Stadthafenbecken umgibt eine bunte Kulisse venezianischer Häuser in Pastellfarben. Auffällig ist auch der Uhrturm unweit des zentralen Platzes und die Kirche sv. Marija Sneinja aus dem Mittelalter.

An diesem Abend speisen wir einem der Fischrestaurants des Stadthafens. Genaugenommen im Riva. Cres-Stadt ist für seine Fischlokale berühmt. Einige Mitreisende essen einen frischen Fisch. Ich teste ein Tintenfisch-Risotto. Das sieht ein bisschen gruselig aus, da es ganz schwarz ist, aber es schmeckt.

Koordinaten: 44°56’52.9“N und 14°24‘57.7“E

Bordbuch Tag 7: Zurück zur Startmarina und Stopp auf „Hawaii“

Auf dem Rückweg zur Marina Pomer stoppen wir in der Meduliner Bucht vor der Insel Levan, die bei Touristen vor allem wegen ihres schönen Sandstrandes beliebt ist. Die Insel soll deshalb auch die Spitznamen „Hawaii“ oder „Sandinsel“ tragen.

Das Inselmotto „Life is better with sandy toes“ kann fühlen, wer sich auf der Insel barfuß und mit einem Cocktail in der Hand vorbei an den bunten Holzschildern, die nach Urlaub schreien, bewegt. Bambus-Sonnenschirmen und Beach Bars mit Cocktails oder Snacks laden ein, den Urlaub an diesem Ort zu genießen. Entsprechend ist der Stopp bei Seglern und Yachturlaubern beliebt. Viele Boote liegen vor Anker.

 

Noch voller wird es, wenn das Touristenboot vorbeikommt. Ein Ausflugsschiff, das mehrere Inseln in der Bucht abfährt. Touristen steigen aus oder wieder zu, um weiterzufahren. Weitere Halte dieser Ausflugsschiffstour sind wohl die Inseln Bodulas und Ceja.

Die Insel Levan ist wegen ihres Sandstrand (sieht man in diesem Bild nicht) bei Touristen beliebt.

Nach den vielen ruhige Ankerplätzen, die wir teils mit nur ein oder zwei anderen Booten teilten, ist es mir ehrlicherweise etwas zu voll. Da wir auf dem Rückweg sind, fühle ich mich ein bisschen, als würde die Realität wieder nach mir greifen. Der Zauber dieser Reise, den ich so oft in den karibischen Buchten spürte, ist hier schon mehr Erinnerung, als Realität. So nutze ich die Zeit, um mein Reisetagebuch, dass die Basis dieses Beitrags darstellt, zu füllen.

Koordinaten: 44°48’04.5“N und 13°59‘06.0“E

Letzter Badestopp bei den Kühen von Bodulas

Zwei Kühe grasen auf der Insel Bodulas im Hintergrund Medullin.

Doch es soll nicht unser letzter Badestopp sein. Wir machen es der Strecke des Touristenbootes nach und fahren ebenfalls noch Bodulas. Im Gegensatz zur belebten Insel Levan herrscht an diesem Ankerplatz noch einmal Ruhe. Das Wasser schwappt sanft an unser Boot. Möwen kreisen über der Insel. Zwei Kühe grasen so gepflegt vor sich hin, dass sie nicht einmal für ein Foto Richtung Boot aufschauen.

Wir springen noch ein letztes Mal in diesem Urlaub ein Stück vom Land entfernt ins Wasser. Ich bin schon ein bisschen wehmütig, weil mir allzu sehr bewusst ist, dass es eine perfekte Reise mit einer tollen Crew war. Und weil wir alle vom Glück so erfüllt sind, entstehen noch einmal eine Menge lustiger und schöner Bilder mit der Gruppe.

Ganz nach dem Motto: „Bierwerbung ohne Auftrag“, aber überzeuge dich selbst:

 

Koordinaten: 44°47’18.9“N und 13°57‘01.1“E

Die letzten Fahrtminuten ausgiebig genießen

Die Bimmeltouristenbahn von Medullin.

Die Bimmeltouristenbahn von Medullin.

Dann ist es endgültig vorbei. Die letzte gute halbe Stunde Fahrt sitze ich noch einmal auf einem der beiden vorderen Sitzplätze des Katamarans. Ich sehe rechter Hand Medullin vorbeiziehen. Auch eine Stadt, die ich eines Tages noch entdecken will. Unter meinen Füßen bahnt sich die „No Shoes“ ihren Weg durch das Wasser. Sanft wird das vom Bug beiseitegeschoben. Ich sehe den Wellen nach, die unser Katamaran macht. Sauge noch einmal das Meersalz der Luft ein. Fotografiere, was ich sehe, wie die Bimmeltouristenbahn, die einen Strand entlang fährt. Dann kommt auch schon die Marina Pomer in mein Blickfeld. Ich kann mich kaum noch erinnern, wie es war, als wir vor sieben Tagen hinausfuhren. So viele neue wundervolle Erinnerungen sind in einer Segelwoche dazu gekommen.

Vielleicht sind es die schönsten Reisen, an deren Ende man den Anfang schon fast vergessen hat.

Abschied in der Marina Pomer

Abschiedsgruppenfoto: Schön war die Reise!

Wir gehen den Abend ruhig an und verzichten auf eine Fahrt nach Pula. Stattdessen genießen wir die Strandbar des Glampingplatzes nebenan. Wir verabschieden uns voneinander und von unserem großartigen Skipper, der mit seiner Frau zu einem Abschiedsgetränk gekommen ist. Es ist süß, wie glücklich die Beiden wiedervereint dasitzen. Ich stelle es mir hart vor, so oft in der Saison für Fahrten mit Fremden auf seine Familie verzichten zu müssen. Umso dankbarer bin ich, dass er so fröhlich und toll die Zeit mit uns verbracht hat.

Wenn der Taucher das Boot abnimmt, ist das ein sicheres Indiz dafür, das die Reise vorbei ist …

Mein Fazit zum Segeln in Istrien und der Kvarner Bucht

Eine Reise auf dem Wasser, oft mit wundervollen Küstenmomenten wie hier bei Rab.

Was für eine wundervolle Reise. Ich bin überwältigt, wie viele schöne Badebuchten ich auf dieser Reise erleben durfte. Außerdem war es für mich unsagbar schön, nach meiner ersten Fahrt mit einem Katamaran vor drei Jahren in Kroatien nach Zwischenstationen in Griechenland und den Seychellen wieder in dieses Fahrtgebiet zurückzukommen.

Kroatien ist ein absoluter Segeltraum.

Von meiner ersten Katamaranfahrt blieb mir vor allem die Blaue Lagune in Kroatien in traumhafter Buchterinnerung. Jetzt kamen viele neue karibische Eindrücke hinzu. Außerdem war es sehr spannend, mit einem heimischen Skipper unterwegs zu sein. Ich liebte die Badestopps ebenso wie die schönen  Hafennächte, die er uns auf dieser Route bescherte. Du möchtest die Route nachfahren?

Kein Problem, hier sind unsere Stopps in einer Karte als Törnvorschlag aufbereitet:

Wäre diese Tour etwas für dich? Was wäre dein Highlight, die schönen Badestopps oder die Hafennächte? Ich hoffe, dass dir der Beitrag und die Karte mit den Stopps gefallen hat und dir vielleicht sogar eine Reiseplanung erleichtert. Falls ja, lass es mich gerne wissen. Falls du noch mehr Tipps hast, freue ich mich ebenfalls über einen Kommentar. Ich persönlich hoffe, dass es keine drei Jahre bis zum nächsten Wiedersehen mit Kroatien dauert. Zu sehr hat sich dieses Reiseziel in mein Herz geschmuggelt.

Offenlegung: Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich hier um eine Pressereise. Argos Yachtcharter und Dream Yacht Charter haben mir eine einwöchige Katamarantour mit Skipper kostenlos zur Verfügung gestellt. Diverse Nebenkosten, wie den Flug, habe ich selbst übernommen. Die Berichterstattung ist freiwillig und entspricht dem Pressekodex.

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