Altstadt Lissabon – mit dem Aufzug auf Erkundungstour

Wer keine Höhenunterschiede und ausschließlich Täler mag, der sollte besser nicht nach Lissabon reisen. Denn in Lissabon unterwegs zu sein, bedeutet ein ständiges auf und ab. Doch gereicht das weniger der Stadt zum Nachteil, als zu ihrem Vorteil. Schließlich bieten Höhen tolle Ausblicke und dank der Tiefen wurden die Elevadores gebaut, die heute den Touristen eine große Freude sind. Und obwohl jene Elevadores, die du vor allem in der Altstadt Lissabons findest, schon betagt sind und sich laut knirschend und ratternd auf den Weg machen, um Touristen und Einheimische hoch und runter zu bringen, wollen die Portugiesen keinesfalls auf ihre berühmten Transportmittel verzichten.

Insgesamt gibt es in der Altstadt Lissabons vier Elevadores. Doch nicht jeder „Aufzug“ erinnert optisch an einen Aufzug. Stell dir mal einen Aufzug vor. Hast du ein Bild im Kopf? Lass mich raten, du siehst vor deinem geistigen Auge eine Kabine, die sich über ein Seilsystem von oben nach unten bewegt. Richtig? Tja, so einen Aufzug gibt es nur einmal in Lissabon. Und mit dem fange ich jetzt an:

Elevador de Santa Justa

Mitten im Stadtzentrum der Altstadt – unweit des Platzes Rossio – steht der berühmteste Fahrstuhl Lissabons. Du befasst dich gerade mit Reiseplänen für Lissabon, dann hast du ihn bestimmt schon auf einem Reiseführer, Kartenmaterial oder als gar als Stellvertreterbild für die Stadt entdeckt. Die pompöse, 45 Meter hohe Stahlkonstruktion wurde von einem Schüler von Gustav Eiffel, Mesnier de Ponsard, gebaut. Die Einweihung fand im Jahr 1902 statt. Der Aufzug verbindet die Unterstadt mit der Oberstadt – genaugenommen die Viertel Baixa (unten) und Chiado (oben).

 Elevador de Santa Justa

Elevador de Santa Justa von der Warteschlange aus

Oben angekommen führt ein Steg in das Stadtviertel. Dieser war einige Jahre bis ca. 2005 gesperrt da er renoviert wurde. Vom Steg aus erreicht man den kleinen Platz Largo do Carmo. Wer im Chiado sich an der ersten großen Hauptstraße – der Rua da Misericordia – rechts hält, der kommt Richtung Vergnügungsviertel Bairro Alto und zum Elevadores Gloria. Zur Rua da Mericordia kommt man in dem man zuerst immer geradeaus oder bei Sackgassen rechts läuft fast automatisch.

Der Elevador de Santa Justa ist übrigens nicht der einzige Weg in die Oberstadt im H&M links daneben führen Fahrstühle auch nach oben (allerdings nicht auf die selbe Stufe wie der Fahrstuhl). Doch eine Fahrt mit dem Elevador de Santa Justa ist zumindest einmal empfehlenswert.

Zu welchen Zeit der Fahrstuhl in Betrieb ist, lässt sich einem Schild am Eingang nehmen. Für meinen Besuch, ließ sich dort Betriebsschluss 23 Uhr entnehmen. Ich hatte aber das Pech am Abend zwanzig Minuten zu warten. Nachdem dann noch immer kein Fahrstuhl kam, ging ich wieder. Während ich wartete gesellten sich noch andere Touristen hinzu, die wieder aufgaben. Am nächsten Tag fand ich direkt eine Schlange vor. Der Aufzug verkehrt nicht sehr häufig, aber die große Holzkabine fasst 24 Personen, so dass alle vor mir, ich und noch zwei Paare hinter mir, direkt mitfahren konnten. So richtig viel sieht man während der Fahrt nicht. Weshalb ich diese nicht gerade als Erlebnis bezeichnen kann. Was mir aber gut gefiel, war am Ausstieg die Aussicht und durch die Gitter ließen sich ganz gut Aufnahmen machen.

Oberhalb der oberen Plattform befindet sich noch eine Besucherplattform, die aber extra Eintritt kostet. Und nochmals darüber soll ein Cafe sein. Beides habe ich nicht genutzt oder besucht. Ich fand die Aussicht vom Ausstieg schon wunderschön und war damit sehr zufrieden.

Die Fahrt mit dem Aufzug Elevador de Santa Justa kostet 5 Euro (hoch und runter). Auch hier lohnt sich das 24 Stunden Ticket.

Die drei weiteren Elevadores …

Hm, wie ein Aufzug sehen die restlichen Elevadores, die du in Lissabons Altstadt findest, nicht aus. Viel mehr sind es Standseilbahnen. Meist zwei Wägen, einer oben, einer unten und beide bewegen sich gleichzeitig. Zwei dieser berühmten Vertreter findest du am Platz Restauradores.

Die Fahrt kostet je 3,60 Euro (hoch und runter). Das 24 Stunden Ticket ist ebenfalls überall gültig.

Elevador da Glória

Dieser „Aufzug“ war eigentlich mein Liebling. Aus zwei Gründen: Er verbindet die untere Stadt mit dem Bairro Alto, dem oberhalb liegenden Vergnügungsviertel. Und der Ausstieg ist direkt an einem wunderschönen Aussichtspunkt – Miradouro in Lissabon genannt. Die Bahn fährt nicht so häufig – so alle zehn bis zwanzig Minuten. Im Winter konnte ich immer gemütlich sitzend in der Bahn warten. Im Sommer bei vielen Touristen könnte das anders aussehen. Gebaut 1885 fährt die Bahn noch heute die 265 Meter lange Strecke und riecht dabei wie neu. Was aber auch an ihrer frisch aufgetragenen Farbe liegen kann.

Elevador da Lavra

Auf der andere Seite des Glorias – einfach den Platz Restauradores überqueren und dann die Seitenstraße passieren – liegt der älteste „Fahrstuhl“ Lissabons. 1884 gebaut und mit nur 184 Metern Strecke länge geht es auch hier nach oben. Von hier aus kann man einen super Spaziergang zur Endhaltestelle der Linie 28 starten. Denn wenn ihr in dieser Tram einen Sitzplatz wollt, müsst ihr am besten an einer der Endhaltestellen einsteigen. Ganz wichtig dabei. In Lissabon wird Schlange gestanden. Wer zuerst da war, steigt auch zuerst ein. Mit allem anderen machst du dich unbeliebt.

Elevador da Bica

Erst 1891 gebaut darf diese Standseilbahn die höchste Steigung hinter sich bringen. Und das auf einer Länge von 260 Metern. Ich bin damit nicht gefahren. Hat sich irgendwie nicht ergeben. Da man sich auch immer etwas für einen Wiederbesuch aufheben sollte, ist das ja aber vielleicht gar nicht das schlechteste. Zu erreichen ist der Elevador übrigens ganz gut, da er direkt an der Tramlinie 28 liegt. Mit der man sowieso die ein oder andere Sightseeingtour macht.

Elevador da Bica

Elevador da Bica

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Bist du schon einmal in Lissabon gewesen? Wie hat dir die Fahrt mit einem der Elevadores gefallen?

4 Kommentare

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  • Respekt, ich bin kurz davor einen Flug nach Lissabon zu buchen! Eine Fahrt mit den Aufzügen muss wirklich klasse sein, zumal mein bahnvernarrter Mann voll auf seine Kosten käme. Ich würde mich dann aufs Essen freuen, was die Portugiesen sicherlich auch beherrschen. By the way: Die Bilder sind echt großartig.

  • Ich kann’s nur empfehlen. Es kommen noch vier oder fünf weitere Beiträge zu Lissabon. Mir ist erst beim Schreiben richtig bewusst geworden, wie sehr mir diese Stadt gefallen hat! Essen habe ich nur einen Tipp, der steht aber auch in einem der Beiträge. :-) Das mit den Bildern richte ich Stefan aus, der wird sich freuen. Ohne seine Bilder, wären die Beiträge nur halb so toll. Dank Dir!

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