Wie sicher ist Tansania für deine Gesundheit?

Giraffe Serengeti, Tansania

Kurz vor der Abreise ist mir ein Ziel das erste Mal fast zu stressig und unheimlich geworden. All jene Länder, die ich zuvor bereiste, schienen mir vermeintlich sicher und ganz und gar ungefährlich. Immer überwog die Vorfreude. Wahrscheinlich, weil ich mehr die dortigen Highlights in mich aufgesogen und die Reisewarnungen und Informationen zu dortigen Krankheiten tapfer ignoriert habe. Afrika war hier anders. Allein weil zur Einreise nach Sansibar – aus Tansania kommend – die Gelbfieberimpfung notwendig war, musste das Thema Krankheit gewälzt und beäugt werden.

Reisewarnungen – am liebsten ignorieren …

Doch ich bin kein guter Planer, wenn es um negativ belastete Dinge geht. Das macht doch auch keinen Spaß, warum sollte ich mich mit Krankheiten beschäftigen, wenn ich statt dessen auf Reiseblogs, in Reiseführern und Foren von anderen tollen Reisen lesen kann und ich Bilderstrecken finde, die mich die Tage voller Vorfreude und Ungeduld nur so herunter zählen lassen. Dieses Mal tauchten bei der Lektüre stärker als in anderen zur Vorbereitung recherchierten Reiseberichten die „Reisewarnungen“ auf und so blieb nichts anderes als sich doch mit dem Thema auseinander zu setzen.

Check: Gelbfieberimpfung

Flug, Safari und Unterkunft in Sansibar hatte ich ein halbes Jahr vor Abreise gebucht. Acht Wochen davor – es war Vorweihnachtszeit und nicht gerade sehr entspannend – wollte ich dann einfach mal die Gelbfieberimpfung hinter mich bringen. Also morgens in aller Früh zum Gesundheitsamt von Karlsruhe gegangen. Hier gab es eine Tropenmedizinerin, die die Erlaubnis hat, diese Impfung durchzuführen. In der Warteschlange dann nach ca. 15 Minuten folgende Information jener Medizinerin: „Hören Sie, wir haben nur noch fünf Impfstoffe für Gelbfieber. Wer zuerst dran ist, bekommt den, der Rest muss leider ohne auskommen.“ Ich blickte mich um. Sieben Wartende saßen um mich herum. Wenn jeder den Impfstoff wollen würde, dann würde es nicht langen … Also zettelte ich das Spiel „Was impft der Nebenmann?“ an. Zwei verweigerten die Teilnahme und eine sagte, dass sie Gelbfieber nicht brauche. Es sah also knapp aus und blieb spannend. Da hieß es nur hoffen. Doch wie konnte einfach Impfstoff ausgehen? Eine parallele Internetrecherche machte mich schlauer und ließ mich in Erfahrung bringen, dass es wohl Probleme bei der Herstellung des Impfstoffs gab und so war schon seit geraumer Zeit eben jener Impfstoff knapp geworden war. Da konnte ich ja noch froh sein, dass ich mich dieses mal nicht erst kurz vor Abreise gekümmert habe. Nach fast dreistündigem Warten hatte ich Glück und konnte die letzte Gelbfieberimpfung bekommen. Puuh.

Wie die Impfung für mich war

Vor der Impfung habe ich viele Erfahrungsberichte zur Impfung gesucht und gelesen. Ich bin ein wenig Impf-ängstlich, das haben die Foren des Internets aus mir gemacht, und auch meine Umwelt hat mir immer wieder bestätigende Geschichten geliefert. Ich muss sagen, es war gar nicht so schlimm. Ich war abends schon ziemlich müde und hatte auch leichten Schnupfen, aber mehr war da nicht. Ich war aber auch brav und bin in der Zeit nach dem Büro immer direkt auf die Couch, habe Stress und Alkohol gemieden und mich gepflegt.

Malaria: Vorbeugen und im Ernstfall einnehmen?

Doch mit der Gelbfieber-Impfung allein war die Vorbereitung noch lange nicht erledigt … Als nächstes musste ich mir Gedanken machen wie ich mit dem Thema Malaria umgehen wollte. Sansibar ist glücklicherweise weitestgehend Malaraiafrei, doch in Tansania wird die Prophylaxe empfohlen. Was also tun, wirklich Mittel zur Vorbeugung einnehmen und welche? Auf meiner Recherche stoß ich auf Lariam. Dies war früher wohl die Standardprophylaxe. Wird heute aber auf Grund der Nebenwirkungen gar nicht mehr empfohlen. Als nächstes in Frage kommendes Mittel gibt es das Antibiotika Doxycylin. Allein, dass man damit nicht in die Sonne soll – wie bei eigentlich allen Antibiotika – fand ich schon so unpraktisch, dass ich mich auch hier direkt dagegen entschied. Gewonnen haben schließlich Malarone. Rund 55 Euro hat mich der EU Import pro Packung gekostet. Auf Grund der Tatsache, dass man davor anfangen muss und danach noch sieben Tage das Medikament weiter nimmt, war ich dann sogar bei zwei Packungen – ganz schön teuer so ein Urlaub in einem eventuell Gesundheitsbelastendem Land. Begeistert war ich von der Lösung noch immer nicht. Beipackzettel versuche ich ja eigentlich zu ignorieren, aber die Infos Depression und Haarausfall drangen doch zu mir durch. Wollte ich mir das wirklich als Prophylaxe antun? Wäre nicht doch besser es Standby mitzuführen und es nur im Notfall einzunehmen?

Richtige Entscheidung?

Ich habe mich für die direkte Einnahme entschieden. War das wirklich richtig: Ja und Nein. Ja, weil ich außer einer gestörten Verdauung und Müdigkeit keine Nebenwirkungen hatte. Nein, weil ich in Tansania nur drei Mückenstiche hatte, die ich mit mehr Mückenschutz auch wahrscheinlich hätte vermeiden können. Die Einnahme war quasi also sinnlos, wenn man die Wahrscheinlichkeit auf Grund der Mückenstiche bedenkt. Da man aber nie weiß, wie hoch die Mückendichte vor Ort ist, würde ich es wahrscheinlich wieder so machen. Irgendwie hat es mir dann doch ein Gefühl von Sicherheit gegeben.

Die Schlafkrankheit und die Tse-Tse-Fliege

Leider ist Malaria nicht das letzte Übel gewesen. Gerade im Tarangire Park, der auf meiner Route stand, sollte es sehr viele Tse-Tse-Fliegen geben und Schlafkrankheit war auch nicht gerade meine Wunschkrankheit. Also habe ich mich auch hier informiert. Wirklich helfen soll nur eins. Die Kleider mit dem Kontaktgift Permethrin zu tränken. Dieses Gift enthält der Nobite Verdünner. Dieser ist entweder dazu da, dass man Kleider, Netze und Co. darin tränkt oder das man seine Kleider besprüht. Bei mir hat die Sprühvariante gesiegt. Und so kam eine neue Vorbereitung dazu: Eine Woche zuvor schon zu packen, um noch in Ruhe die Kleider einzusprühen und trocknen zu lassen. Vor Ort habe ich übrigens eine Hand voll Tse-Tse-Fliegen gesehen. Auch hier, weiß ich nicht, ob es sich gelohnt hat. Aber auch hier bin ich am Ende froh, um das mir verliehene Gefühl der Sicherheit.

Was ich tapfer ignoriert habe …

Cholera und Tollwut sind mir bei meiner Recherche ebenfalls häufiger begegnet. Bei Tollwut muss man im Ernstfall aber so oder so behandeln. Mit der Impfung verlängert sich nur die Reaktionszeit. Hier habe ich beschlossen, dass ich die Impfung lasse, da das Risiko in Vietnam fast höher war und da bin ich auch durchgekommen. Außerdem streichle ich im Urlaub eigentlich keine Tiere und da sollte man auch tunlichst acht darauf haben, wenn man sich gegen die Tollwut-Impfung entschieden hat. Bei Cholera habe ich einfach Hahnenwasser gemieden und z.B. Wasserflaschen zum Zähneputzen genommen. Wenn man so handelt, muss man vor Ort allerdings besser die Augen vor der Hygiene zum Beispiel beim Geschirr spülen verschließen. Aber bei mir ging alles gut.

Und jetzt zu dir …

Warst du schon mal in Afrika und hast dir um deine Gesundheit auch so einen Kopf gemacht? Oder gab es andere Länder bei denen du ähnliche Erfahrungen gemacht hast? Wie ist es dir mit diesen Überlegungen und Gedanken gegangen? Hattest du eine Vorbereitung, die ich hier vergessen habe?

Wichtig!

Dieser Beitrag schildert nur meine Erfahrungen, Gedanken und Erlebnisse zum Thema. Bitte beachte, dass ich ein medizinischer Leihe bin und lass‘ dich vor einer Reise unbedingt bei deinem Hausarzt und am besten bei einem Tropenmediziner beraten.

Was sind deine Tipps rund um die Gesundheit und und Reisevorbereitung für Tansania?

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