#Heimatliebe: Ausflug in die Rheinauen nach Rust

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Frühling und ein Ausflug in die Natur – ein perfekter Plan. Vor allem, wenn es die Tage zuvor geregnet hat und man super glücklich und dankbar ist, wenn die Sonne scheint und der Ausflug nicht ins Wasser fallen muss. So ging es mir, als ich zu meinem Ausflug in das Naturzentrum Rheinauen der Gemeinde Rust startete. Was mir nicht klar war und für jeden Freizeitparkfan – wie ich es einer bin – sehr unschön sein kann, ist die Anfahrt dahin. Die führt von der Autobahn direkt am herrlichen Europa Park und seinem Panorama von Achterbahnen und Wasserattraktionen vorbei. Mir wurde der Hals ganz schön lang und am ursprünglichen Ziel fest zu halten, kostete mich ganz schön Willenskraft. Lohnt sich aber und schließlich kann man die Tour ja mit dem Freizeitpark kombinieren, wenn man für eine Nacht in der Gegend bleibt. Immerhin fühlen sich Falknerei, Klimawandelgarten und Fischerkahnfahrt doch ein bisschen, wie Attraktionen im benachbarten Freizeitpark an.

Eine Stunde in der Falknerei

Los geht mein Tag mit einer Vorführung in der Falknerei. Chef im Ring und Herr der Tiere ist Axel Haas. Er leitet die Falknerei und bietet dort fast täglich zwei Vorführungen am Tag an. Ein richtiger Vogelfan bin ich eigentlich nicht. Kängurus in Australien oder meine zwei Stubentiger lösen bei mir mehr Vorfreude aus. Das Programm und die Vorführung haben mich aber sehr überrascht und die Tiere waren ganz schön beeindruckend. Die Vorführung hat zwei Schwerpunkte, mehr über die Greifvögel zu lernen und den Tieren ganz nahe zu kommen. In meiner Show wurde ein Turm- und ein Wanderfalke, ein Wüstenbussard und ein Uhu präsentiert. Ich lernte, dass bei den Falken die Weibchen größer und die Männchen bunter sind und dass Tiere in Gefangenschaft deutlich älter werden, als freilebende Falken.

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falkner_axel_haas_rustfalkner_axel_haas_rustAm meisten fasziniert hat mich der Uhu. Dieser Blick aus den orangenen Augen, der schnell drehende Kopf, bei dem der Vogel etwas fokussiert und dann natürlich die Größe: Der gezeigte Uhu hat eine Flügelspannweite von 1,7 Metern und ein Gewicht von 1.800 Gramm. Was mich und die anderen Teilnehmer besonders überraschte, war, dass die vermeintlichen Hörnchen auf dem Kopf sich als Augenbrauen herausstellten. Cooler Look! Weil der Uhu von Axel Haas von Hand aufgezogen wurde, arbeiten die Beiden sehr gut zusammen und bilden ein enges Team. Ich fand, dass er mir auch ganz gut stand und gerade mit dem Uhu hätte ich noch viel mehr Zeit verbringen können.

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Wer Lust hat, selbst mal einen Vogel auf dem Arm zu haben oder die faszinierenden Tiere zu streicheln findet hier mehr Infos zu Zeiten und Preisen (im Mai 2014 kostete eine einstündige Vorführung für einen Erwachsenen 7 Euro und für ein Kind 5 Euro).

Überraschungsgast Spooky

Als Falkner und Jäger zieht Axel Haas auch Tierkinder auf, die plötzlich ohne Eltern sind. So auch der junge Fuchs Spooky, der bei meinem Besuch lediglich vier Wochen alt war und entzückte Begeisterungsrufe ausgelöst hat. Wer mehr zu Spooky erfahren möchte, kann sich auch auf YouTube umsehen.

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Auf zum Klimawandelgarten

Als nächstes geht es für mich in den Klimawandelgarten. Dort gibt es vieles zu entdecken. Allerdings nicht unbedingt für mich, sondern mehr für Kinder. Vieles ist spielerisch aufgebaut. Es können die Geräusche von verschiedenem Regen und Wind über gefüllte Rohre „gespielt“ werden, es gibt Quiz Stationen und verschiedene andere Lernelemente. Aktuell wird zum Beispiel Müll vergraben, der später ausgegraben werden soll, um zu veranschaulichen, dass er dann immer noch da ist … Für mich war die Tour wenig ansprechend. Für Kinder ist es ganz gut gemacht. Hier könnten Eltern höchstens damit konfrontiert sein, dass der Nachwuchs dann auch in den Freizeitpark möchte. Mehr zum Angebot des Naturzentrums Rheinauen und dem Klimawandel Garten steht auf deren Webseite.

Entspannende Bootsfahrt am Nachmittag

Nach einer kleinen Pause mit Picknick im benachbarten Grün, zog ich weiter zu einer Fischerkahnfahrt – auch Stocherkahnfahrt genannt. Das Naturschutzgebiet Taubergießen bietet viele Möglichkeiten, die Natur zu erkunden. So eine Bootsfahrt am Nachmittag ist sicher die faulste, aber eine sehr schöne und angenehme Variante.

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Die Flussfahrt ist auf der „Blinden Elz“ und dauert etwa zwei Stunden. Sie führt auf den weitflächigen Wasserflächen acht Kilometer Flussabwärts. Vorbei an Wiesen und Waldgebiet. Das Wasser darunter ist meist nur ein bis zweit Meter tief. Es gibt aber auch Stellen, wo es bis zum Grund acht Meter sind. Ich saß mit sieben weiteren Personen im Boot. Der Bootsführer steht am hinteren Ende des Bootes und rudert es durch die Landschaft. Davor sind fünf Reihen mit Bänken für je zwei Personen. Da die Bänke keine Rückenlehne haben, wäre die Tour bei einer längeren Dauer etwas ungemütlich, aber für zwei Stunden war es sehr OK so. Auf der Tour ist es faszinierend, wie ruhig es ist, wenn nicht mehr die verlockenden Rufe der Achterbahnfahrer herannahen. Stattdessen überwog das plätschern des Wassers, das Singen der Vögel und die ruhigen Erklärungen, die unser Bootsführer von sich gab.

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Was man genau auf der Tour sieht ist höchst unterschiedlich, es gibt viele Vogelarten, aber auch Biber und Bisamratten. Ich habe den Ausflug im Mai gemacht und konnte viele Wasservögel beim Brüten beobachten. Wer die Tour nachmachen möchte, sollte sich den Ausflug auf Juni legen, wenn die Tiere geschlüpft sind und man die Schwan-, Enten- und Gansfamilien auf dem Wasser umher schwimmen sehen kann.

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Ein bisschen Schade ist, dass die Tour immer Flussabwärts geht und es keine Rundtour ist. So muss man einplanen, dass man einen Fahrer braucht, der nicht mit dem Boot fährt, oder dass ein PKW Fahrer mit einem Bootsführer zum Start zurückfährt, um das Auto zu holen. Wahlweise könnte man die acht km auch zurück wandern. Ein Boot bietet Platz für zehn Personen und die Fahrt kostet 100 Euro. Alles zu Preisen, Anfahrt und Angebot steht auf der Webseite des Familienbetriebs, bei dem ich meinen Ausflug gebucht hatte.

7 Kommentare

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  • Hey, ich fand schon die Vögel spannend, vor allem auch, weil man ja so richtig mit ihnen in Kontakt kommt. Und dann kam ich in Deinem Bericht zu Spooky. Der ist ja zuckersüß!!!!

    • Hi Tabitha,

      vor dem Kontakt mit den Vögeln haben sich bei der Vorführung einige gescheut, mich hat das auch gleich richtig begeistert. Und Spooky hätte ich am liebsten mit zu den Katzis genommen, hätte er wahrscheinlich nicht so gut gefunden und die zwei Beißer wohl auch nicht … :-)

      Liebe Grüße
      Tanja

  • Hallo liebe Tanja,

    OMG – ich verliebt in den kleinen Fuchs! Wie süüüüß! Bei so einer Show mit Vögeln war ich auch schon mal – allerdings auf einem Mittelaltermarkt ;) Aber da durfte ich dann auch einen Uhu halten. Das fand ich besonders toll =) Das Bild mit dir und dem Uhu ist übrigens ganz wundervoll!

    Viele liebe Grüße
    Julia

    • Hihi, danke liebe Julia.

      Hätte den Uhu am liebsten mitgenommen. Was meine Katzen bestimmt nicht gemocht hätten. Macht echt Spaß so ein Vogel zu halten. Obwohl wir auch einige in der Gruppe hatten, die ängstlich waren.

      Liebe Grüße
      Tanja

  • Was für ein schöner Ausflug ! Die Falknerei hört sich ja super interessant an. Hattest Du keine Angst ? Und auch die Bootsfahrt nachmittags finde ich inspirierend. Wenn ich das nächste Mal in Deutschland bin, muss ich so einen Tag (oder ein Wochenende) einplanen !

    • Hallo Martina,

      Angst hatte ich keine. Ich war nur schwer beeindruckt wie schön diese Tiere sind. Und ich hätte sie gerne gestreichelt, das hab ich mich aber wegen dem Verbot des Falkners dann doch nicht getraut …

      Kann dir den Ausflug dahin nur ans Herz legen!

      Liebe Grüße
      Tanja

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